Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 7/00

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Illusion und Wirklichkeit

Wenn Bilder gefährlich werden

GesichtDie Expansion elektronischer Medien scheint unaufhaltsam. Und immer mehr Menschen lassen sich in die verschiedensten Bilder-Welten hineinziehen. Ärzte müssen bereits Internet-Süchtige behandeln. Es ist höchste Zeit, sich bewusst zu machen, dass diese Entwicklung nicht harmlos ist.

Seit zwei Stunden „surft“ Heinz im Internet. Anfangs hatte er nur eine Information aus dem Internet holen wollen. Dann aber bleibt er im „Netz“ hängen und erliegt dem Sog endloser Seiten. Nur mit Mühe löst er sich vom Bildschirm, um mit seiner Familie zu Abend zu essen. Obwohl er bereits am Tisch sitzt, ist er immer noch halb abwesend. Die Bilder laufen in seinem Kopf weiter. Inzwischen geht es vielen so wie Heinz. Sie sind unkonzentriert, weil sie an Szenen aus Fernsehen oder Internet denken, weil sie der Vergangenheit nachhängen oder von der Zukunft träumen. Meist ist ihnen dabei nicht bewusst, dass ihre „geheimen“ Gedanken realer sind als sie glauben. Denn Gedanken und Empfindungen bauen ein eigenes Energiefeld auf, das uns gefangen nehmen kann. Dadurch entfernen wir uns von unseren Mitmenschen und versäumen die Aufgaben, die uns die Augenblicke des Tages stellen.

Die Nachrichtensendung vom Vorabend wirkt noch nach, als sich Heinz am Morgen ins Badezimmer begibt. Während er unter der Dusche steht, ist er mit seinen Gedanken auf einem Kriegsschauplatz, den das Fernsehen brachte. Er identifiziert sich mit den einen und kämpft gegen die anderen. Noch einmal ziehen die Bilder an ihm vorüber, und er fühlt sich plötzlich wie ein Beteiligter. Er hat eine Idee, wie er mit einer List das Geschehen entscheidend beeinflussen könnte ... Davon fasziniert spinnt er den Faden unter der Dusche weiter. Er spürt kaum den belebenden Wasserstrahl.

Krieg unter der Dusche

Beim Verlassen der Dusche rutscht Heinz aus. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Während des Frühstücks läuft das Radio. Er hört, wie die Kampfhandlungen genau die Richtung nehmen, in der er die ganze Zeit gedacht hat. Er merkt kaum, welche Marmelade er sich aufs Brot streicht. Und dass er viel Gedankenkraft dafür verwendet hat, sich die weitere Kriegsentwicklung vorzustellen, ist ihm nicht bewusst.

In Gedanken versunken verlässt er das Haus. Blumen und Sträucher im Vorgarten nimmt er nicht wahr. Im Auto läuft erneut das Radio und er achtet nur ungefähr auf die Wegstrecke. Die vielen Vögel, die sich in den Straßenbäumen versammelt haben, sieht er nicht. Auch in der Mittagspause, als er einen Spaziergang macht, nimmt er seine Umgebung nicht wahr. Wieder einmal malt er in Gedanken das Bild seiner „Traumfrau“, die so ähnlich ist wie die Frau gestern im Fernsehen. Mit ihr würde er glücklich sein ...

Im Jenseits

Nach Jahren, kurz vor Beginn der Rente, stirbt Heinz. Er hatte ein normales Leben - verheiratet, eine Tochter und einen Beruf, der alle drei ernährte. Schwierigkeiten gab es wie überall, von einem Schicksalsschlag jedoch blieb er verschont. Alle, die ihn kannten, sagten lediglich, er sei zu früh gestorben. So könnte man sagen: Er profitierte von dem relativen Wohlstand in der Gesellschaft, in der er lebte. Eine andere Frage ist jedoch: Wie viele Früchte hat sein Leben für seine Nächsten gebracht?

Wie könnte sein Leben als Seele im Jenseits verlaufen? Aus Offenbarungen des Christus-Gottesgeistes wissen wir, dass im Jenseits alle aktiven Gedanken und Bilder, die man im Diesseits nicht sah - weil sie z. B. im Unterbewusstsein liegen - offenbar werden. Dazu gehören drängende Wunschgedanken, massive Abneigungen und nicht zuletzt aggressive, d. h. kriegerische Gedanken, die man im Diesseits vielleicht nicht so wichtig nahm. Ein nicht unwichtiger Faktor für das Befinden der Seele ist die Beziehung zum Partner, so z. B. das Ausmaß des Trennungsschmerzes auf beiden Seiten, der durch den Verlust ausgelöst wurde. So könnte der Seelenkörper des Mannes z. B. registrieren, wie sich die Witwe auf der Erde nach seiner Nähe sehnt. Aus einem solchen Grund kann sich eine Seele oftmals in der Nähe des einstigen Partners aufhalten und versuchen, sich bemerkbar zu machen. Die Seele sieht dabei den Menschen, doch der Mensch sieht nicht die Seele. Doch glaubt er, die Nähe des Verstorbenen zu spüren. Dabei kann es geschehen, dass sich der zurückgebliebene Partner sexuelle Begegnungen mit dem Geliebten vorstellt, währenddessen seine Seele tatsächlich anwesend ist und die Wunschbilder - unsichtbar für den Menschen - erfüllt.

Nicht lange allein

Das Beispiel zeigt, dass derjenige, der in Traum- und Wunschbildern lebt, selten alleine bleibt. Seelen aus dem Jenseits können - für den Erdenbürger unsichtbar - in diese Bilder bzw. Gedankenformen eintreten und die Wünsche des Menschen erfüllen. Dadurch bindet sich die Seele an die Materie und kann sich deshalb oft lange Zeit nicht von der Erde lösen. Wie könnte das Leben der Seele von Heinz weitergehen? Irgendwann überkommt sie z. B. wieder kriegerische Bilder. Hatte sie nicht in ihrem Erdenleben immer wieder an Krieg gedacht? Nun nimmt sie plötzlich auch kriegerische Bilder auf, die gegen sie gerichtet sind, und sie beginnt, Schmerz zu empfinden. Die Ernte eigener Saat macht sich nun am Seelenleib bemerkbar, und sie könnte versuchen, dieser Situation zu entfliehen. Dafür bietet sich ihr unter Umständen die Möglichkeit einer erneuten Inkarnation. Sie „nützt“ die Chance: die Seele inkarniert wieder - mitten in den Konfliktherd hinein, in dem sie sich im vergangenen Leben gedanklich so oft aufhielt ...

Traumbilder kosten Energie

Unsere Bilderwelt kennt keine Grenzen, weder eine Grenze zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft noch zwischen Leben und Tod. Der Tod verändert daran nichts. Es wird lediglich offenbar, was ist. Hier, im Diesseits, glauben wir, dass wir uns dort aufhalten, wo unser Körper ist. Wir ordnen unseren Haushalt, gehen zur Arbeit, kaufen ein.

Doch aus geistiger Sicht sind unsere Handlungen oftmals nicht mehr als „vegetieren“. Tatsächlich sind wir nämlich dort, wo unser Bewusstsein ist, also dort, wohin wir mit unseren Gedanken und Empfindungen senden und von wo wir empfangen. Wir leben in Bildern, die wir selbst produzieren und die wieder auf uns einwirken. Unser Bewusstsein kann nur dann im Hier und Jetzt sein, wenn wir uns auf das, was wir gerade tun, voll konzentrieren. Leben wir jedoch in Traumbildern, so fließt dorthin auch unsere Lebensenergie. Solche Bilder sind letztlich Energieräuber, und dies umso mehr, wenn eine fremde Seele in diese Bilderwelt einsteigt. Sie bedient sich der Lebensenergie des Menschen und zapft diese gleichsam an. Die Folge ist, dass der Mensch sich kraft- und energielos fühlt, was bis zur Depression führen kann. Die Unzahl zusätzlicher Bilder aus den Medien stellen eine Verführung dar, noch mehr in gefährliche Bilderwelten abzudriften. Zu den möglichen „Einstiegsdrogen“ gehören Fernsehen, Musikprogramme und das Internet. Sind wir charakterstark, kann uns dies wenig anhaben. Wir können einen Film sehen, eine bestimmte Musik hören oder das Internet als Informationsmedium nutzen. Die Wirkungen sind bei jedem anders, und es bleibt das bei uns „hängen“, wofür wir empfänglich sind. Wer in Gefahr steht, in Traumwelten abzugleiten, bei dem ist der Sog der Bilder oft sehr stark, vor allem dann, wenn er bereits - in der Regel ohne es zu wissen - unter dem Einfluss von Seelen steht.

Die ich rief, die Geister  ...

Mancher ist also - ohne es zu wissen - von Seelen, d. h. von Verstorbenen, umgeben, die bestrebt sind, ihn in eine bestimmte Bilderwelt hineinzuziehen. Werden bestimmte Wunschbilder lange genug gepflegt, dann ist es wie beim Zauberlehrling in Goethes „Faust“, der verzweifelt rief: „Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht mehr los.“ Die „Geister“, d. h. die Seelen, projizieren dabei ihre Vorstellungen in den von ihnen umsetzten oder besetzten Menschen und treiben ihn unter Umständen an, etwas Bestimmtes zu tun. Dieser glaubt, dass er selbst es sei, der dies tut, doch maßgeblichen Anteil daran hat die fremde Seele.

Zum „Opfer“ kann jedoch nur der werden, der seine Wunsch- bzw. Traumwelt nicht mit der Hilfe Christi bereinigt, sondern sie so lange pflegt, bis entsprechende Kräfte aus dem Jenseits ihre Chance ergreifen. Die Aufgabe ist dann, die Einfallstore für diese Beeinflussung zu schließen.

Ein neues Lebensziel

Der erste Schritt wäre eine Entscheidung für ein neues Lebensziel: Ich mache mir bewusst, dass ich ein Ebenbild Gottes bin und in meinem Innersten ein reines Geistwesen, kraftvoll, freudig, selbstlos und vollkommen. Dieses Idealbild vor Augen, beobachte ich konsequent meine Gedanken- und Empfindungswelt. Sobald ich merke, wie ich in die gefährliche Bilderwelt abgleite, bereinige ich die Situation sofort, z. B. indem ich mögliche Empfänger meiner kriegerischen Gedanken um Verzeihung bitte. Ich entscheide mich gegen die Bilderwelt und für mein Zielbild Inneren Lebens. Oftmals ist es ein Kampf: Gedanke gegen Gedanke, Empfindung gegen Empfindung. Der Maßstab für diese Arbeit können die Zehn Gebote und die Bergpredigt des Jesus von Nazareth sein. Jesus, der Christus, hat jedem von uns Seine Erlöserkraft übertragen. Damit haben wir Anteil an der stärksten Kraft im Universum. Und wer es ernsthaft versucht, wird erfahren: Ohne die Hilfe von Christus geht es nicht. Doch mit Seiner Hilfe ist dieser Kampf zu gewinnen, und wir beginnen ein neues Leben. Wir werden mit der Zeit nicht mehr die Gespaltenen sein, die an etwas anderes denken als sie tun, sondern die Klaren, die konzentriert in der Gegenwart leben. Wir sind dann nicht mehr die Zerstreuten, sondern wir sammeln, verbinden und ordnen.

Inhalt Ausgabe 7/2000
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Die Hilfe liegt im Tag

Jeder Tag hält für uns viele Hilfen bereit. Wenn ich im Badezimmer plötzlich ausrutsche, halte ich inne: „Halt, was habe ich gerade gedacht!“ Wenn ich etwas liegengelassen oder vergesse habe: „Halt, wo sind meine Gedanken?“ Wenn mich jemand auf einen Fehler aufmerksam macht: „Danke, wieso ist mir das jetzt passiert?“ So steige ich Schritt für Schritt aus dem Meer unzähliger Gedanken- und Wunschbilder aus und erkenne immer mehr die Realität hinter meiner Scheinwelt - mein wahres Sein. (Dieter Potzel)

Unsichtbare Mitspieler

Nicht genug, dass wir Menschen in Filmen, Fernsehsendungen, in populären Liedern, in Produktionen der Sex-Industrie und vielem mehr zum Einstieg in die Bilder-Traumwelt verleitet werden - seit neuestem wird sogar über Video und Computer das Leben in Bildern angeboten. Man kann diese bald unmittelbar über den Bildschirm erzeugen und gleichsam „live“ daran teilhaben, um sich dann genüsslich alles tun zu lassen, was man an Wünschen und Leidenschaften, an Sexualität und weiteren Ausschweifungen gerne haben möchte. Wer diese Möglichkeit wahrnimmt, wird zunächst außer an dem Kräfte-Entzug nicht merken, worauf er sich eingelassen hat. Die Rechnung wird ihm unweigerlich präsentiert werden, wenn seine Seele den physischen Körper verlässt. Wer ein wenig in die geistigen Hintergründe dieser Entwicklungen blickt, den kann nur schaudern. Der besondere „Reiz“ dieser Spiele beruht darauf, dass von Seiten unsichtbarer „Mitspieler“ kräftig „mitgemischt“ und „eingeheizt“ wird. Wer sich in diese Sackgasse locken lässt, wird es eventuell sehr schwer haben, aus dem entfachten Feuer der Sinne noch herauszufinden. Nur wer erkennt, was hier vor sich geht, und dass er damit zum Energielieferanten und Diener dunkler Kräfte wird, kann sich unter Umständen dem Bann, der Beeinflussung, mit der Hilfe des Christus noch entziehen. (Aus dem Buch: Ich Ich Ich. Die Spinne im Netz, 09391/504-135, S. 224 f.)
http://www.das-wort.com/deutsch/mensch-und-kosmos/ich-ich-ich---die-spinne-im-netz.php

 

Positive Bilder

Wir denken und empfinden in Bildern. Dies gilt sowohl im Negativen als auch im Positiven. Durch das Prinzip Senden und Empfangen stehen wir in ständiger Kommunikation mit den Bildern unserer Umgebung und den Bildern auf unserem eigenen Lebensfilm. Nehmen wir bewusst positive Bilder in uns auf und geben wir nicht jedem Reiz für die Augen nach, dann richten wir uns auch vermehrt auf das Positive, das Gute, das Schöne, aus. Wir können auch Kontakt mit unserem wahren Wesen aufnehmen, indem wir uns ein Idealbild vollkommenen Lebens erstellen. Wir sehen uns in diesem Idealbild so, wie uns Gott geschaffen hat. Oder wir zeichnen in unserem Inneren ein Leitbild der Ruhe, wenn wir z. B. oft unruhig sind. Oder ein Leitbild der Gesundheit, wenn wir krank sind. Lassen wir diese Bilder auf uns einwirken, macht sich automatisch das in uns bemerkbar, was diesem positiven Bild noch entgegensteht, so dass wir es bereinigen könne, um dem Idealbild immer ähnlicher zu werden


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