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Erfolgreicher Pokemon-Film im Kino
- Filmbesprechung
Ein Klon rebelliert
gegen seine Züchter
An
alles werden die Kinder gewöhnt. Im erfolgreichen Pokemon-Film
„Mewto gegen Mew“ weigert sich das geklonte Monster „Mewtwo“,
den Befehlen seiner menschlichen Konstrukteure zu folgen. Es
entscheidet sich, selbst nach der Weltherrschaft greifen zu
wollen. Was folgt, ist bemerkenswert.
Beim Kampf der Pokemon (siehe Artikel
Der Griff nach der Seele der Kinder)
gegen ihre jeweiligen Klone kommt es zu einem Patt. Beide sind
gleich stark und keiner kann den Anderen besiegen. Einer der
Pokemon hört plötzlich auf zu kämpfen und hält - man könnte an
die Bergpredigt denken - nach jedem Schlag die andere Wange hin.
Schließlich kommt ein Menschenkind in dem Gemenge ums Leben.
Alle Kämpfer sind bestürzt und weinen um den Jungen - man könnte
an einen Opfertod denken. Die Tränen erwecken ihn aber wieder
zum Leben und der Ober-Klon Mewto gibt bei so viel Herzlichkeit
auf. Das geht auch einem hart gesottenen Filmkritiker unter die
Haut: Dann die sinngemäße Schlussbotschaft vom Mewto: „Es komme
nicht darauf an, wie jemand auf die Welt gekommen ist, sondern
darauf, was jemand aus seinem Leben mache.“ Natürlich ist es
entscheidend, was man aus seinem Leben macht. Doch ob ein Klon
in der Realität so viel Intelligenz entwickeln könnte, ist
fraglich. Außerdem sollten die Startbedingungen bei der Geburt
keine „Geheimnisse Gottes“ sein, die man nicht zu kennen
braucht. Sondern sie enthalten eine wichtige Botschaft, die
einem helfen kann, das Leben zu meistern. Und kann man überhaupt
sein Leben richtig verstehen, wenn man über seine Vergangenheit
nicht Bescheid weiß?
Zudem könnte die Einsicht des Filmhelden bedeuten: „Klone gehören
einfach zu unserem Leben hinzu.“ So dass es für die Kinder
später selbstverständlich sein wird, wenn man klont.
Dass das Kämpfen gegeneinander sinnlos ist, wäre ein guter Inhalt
für einen Kinderfilm. Und eine gute Fortsetzung könnte sein,
dass der Nächste, bei dem mich vieles aufregt, mein Spiegel ist.
Er spiegelt mir, was auch bei mir nicht in Ordnung ist. Nur dass
wir zu dieser Einsicht erst über die Erkenntnis eines Klons
kommen, ist wieder eine typische Verpolung des Guten.
(Dieter Potzel) |
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