Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 16/00

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Filmbesprechung: Hollywood kennt geistige Hintergründe

"Being John Malkovich" -
wie ein Körper besetzt wird

 

„Being John Malkovich“ wurde für mehrere „Oscar“-Auszeichnungen nominiert(dp) Der erfolgreiche Film Being John Malkovich ("John Malkovich sein") gilt unter Filmkritikern als "surreale Komödie" und ist doch realer, als die meisten Kinobesucher wohl für möglich halten: Ein Puppenspieler entdeckt per Zufall die Möglichkeit, einen anderen Körper zu "besetzen" - in diesem Fall den Körper des bekannten Schauspielers John Malkovich - und er bringt es in diesem fremden Körper beruflich zu Weltruhm, der ihm in seinem eigenen Körper versagt blieb. Auch erfüllt er sich jetzt seine leidenschaftlichen Wünsche, denen er im eigenen Körper vergeblich hinterher lief.

Was der Kinobesucher in dem fast zwei Stunden langen Streifen erlebt, ist teilweise gespenstisch, doch alle Handlungen beruhen auf tatsächlichen Möglichkeiten:

Ein Schauspieler lebt gefährlich

Der Schauspieler John Malkovich wird von ständig wechselnden anderen Personen "besetzt", die in seinen Körper eindringen - eine durchaus reale Gefahr für einen Schauspieler, der ständig beruflich die Rollen wechseln muss. Obwohl er dies schließlich merkt, reicht seine Kraft nicht, um sich dagegen zu wehren. Dass es in der Filmhandlung im Diesseits lebende Menschen sind, die ihn auf diese Weise benutzen und nicht - wie in der Realität - jenseitige Seelen, ist zwar so, wie im Film gezeigt, nicht möglich. Doch wer hat nicht schon einmal in der Phantasie so getan, als sei er gerade jemand anderes? Auch dann kann man einen anderen Menschen teilweise umsetzen, besetzen oder zumindest durch Telepathie auf ihn Einfluss nehmen.

Ich sehe immer mich selbst

Nachdem Malkovich sich durch einen filmischen Kunstgriff selbst "besetzt" (er kriecht durch denselben Tunnel wie die anderen "Besetzer"), sieht er plötzlich in allen Menschen, die ihm begegnen, nur sich selbst. Damit führt der Hollywood-Streifen drastisch vor Augen, wie wir auch tatsächlich mit unserem Bewusstsein alle anderen sehen - nämlich nicht so, wie sie wirklich sind, sondern nur so, wie sie uns erscheinen - je nachdem, was wir in unserer Seele und in unserem Unterbewusstsein gespeichert haben. Wie auch immer unsere Nächsten also wirklich aussehen - so, wie wir sie sehen, sehen wir in ihnen immer auch einen Teil von uns selbst.

Wer steckt in seinem Körper?

Und wie genau haben wir gelernt zu schauen? Eine Frau erkennt im Film in den Augen ihres Partners, dass ein anderer Mann bzw. eine Frau in seinem Körper steckt. Sie kann es allerdings - wie auch im realen Leben - nicht exakt erfassen. In ihrer sexuellen Phantasie nimmt sie jedoch Kommunikation mit der besetzenden Seele auf. Der Körper des sichtbaren Partners wird auf diese Weise beim Liebesspiel nur als Hülle benutzt.

Puppenspieler

Ein Symbol für das, was im Film mit allen Akteuren geschieht, ist der Puppenspieler: Erst beherrscht der Spieler seine Puppen, dann lernt er - gleich den Puppen - einen fremden Körper ganz zu beherrschen. Doch auch er selbst wird gesteuert, z. B. von der Leidenschaft zu einer Frau. Schließlich taucht ein Mann auf, der als der Urheber des ganzen Spektakels erscheint - einer, der John Malkovich von Kind auf beobachtete und analysierte - mit dem Ziel, dessen Körper eines Tages ganz zu übernehmen, worin ihm der Puppenspieler aber zuvorkommt. Und man kann die Marionettenfäden noch weiter verlängern: Welche unsichtbaren Seelen und Kräfte benutzen womöglich wiederum alle sichtbaren Akteure als Hüllen oder Energiereservoir?

Eine solche Handlung kann sich schwer jemand ausdenken, der nicht einiges von dem weiß, was hinter der sichtbaren Welt tatsächlich vor sich geht. Und kaum ein Kinobesucher tut das Gesehene als „Unsinn" ab, weil er wohl ahnt, dass er heute mehr von dem gesehen hat, was um ihn herum passiert, als sonst in seinem Alltag.
Die beste Vorbeugung gegen "Besetzung" und "Umsetzung" im Alltag ist das Leben im Augenblick. Was ich tue, das tue ich ganz und mit voller Konzentration. Und wer es verlernt hat, kann es neu erlernen.


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Lesen Sie auch:
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- Der Theologe, Ausgabe Nr. 9: Exorzismus und römisch-katholische Kirche - Besessenheit und Tod einer jungen Frau

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