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Das Friedensreich (2): Jeremia »Ich schreibe es in ihr Herz« Jesaja, Jeremia, Hosea - alle großen Gottespropheten kündeten vom Friedensreich. Gemeinsam war ihren Visionen: Das Friedensreich beginnt im Herzen jedes einzelnen Menschen. Versklavt durch Sachzwänge Auch heute leben wir in einer scheinbar ausweglosen Zeit. Der Mensch zerstört seine Lebensgrundlage - die »Sachzwänge« wollen es so. Die Nahrung ist vielfach verunreinigt, ebenso das Wasser. Eine globale Ökonomie scheint unaufhaltsam alles in Besitz zu nehmen, ohne Rücksicht auf Mensch oder Tier. Viele Menschen haben Angst vor Arbeitslosigkeit, andere vor Krankheiten wie Rinderwahnsinn - und die Tiere haben Angst vor den furchtbaren Transporten, vor dem Schlachthaus, vor Tierversuchen. Kriege und Hass entladen sich auf den immer gleichen Schlachtfeldern. Obwohl so viele Erkenntnisse vorhanden sind über das, was gut und richtig wäre, ist keine Besserung in Sicht. Wann endet die Zeit zur Umkehr? Wer mit in die neue Zeit gehen will, der muss sich von der alten Zeit lösen. Diese wird bei Jeremia symbolisiert durch das Königreich Babel, dem er den Untergang prophezeit. Die Menschen, die sich nicht auch innerlich aus der Gefangenschaft Babylons lösen, werden mit ihm untergehen. »Flieht aus Babel, jeder rette sein Leben, damit ihr nicht umkommt bei seinem Schuldgericht« (Jeremia 51, 6). Fast sieben Jahrhunderte später hat Johannes, der Seher von Patmos, dieses Bild wieder aufgegriffen: »Tretet aus von ihr, mein Volk, damit ihr nicht mitschuldig werdet an ihren Sünden und von ihren Plagen nicht mit getroffen werdet« (Offenbarung 18, 4). Für den Schreiber der Geheimen Offenbarung war die babylonische Gefangenschaft, anders als für Jeremia, bereits weit zurückliegende Vergangenheit - ein Hinweis darauf, dass hier eine Symbolsprache verwendet wird. »Babylon« - das sind damals wie heute vor allem die Institutionen der Priesterkaste, die die Menschen durch Zeremonien und Dogmen an sich binden und sie in Unwissenheit halten. Wer sich so verhält, wie die Priester es vorleben, wer Kriege führt oder sie rechtfertigt, wer Menschen und Tiere quält und ausbeutet, der wird früher oder später den Wirkungen seiner selbst gesetzten Ursachen unterliegen - wenn die Zeit zur Umkehr abgelaufen ist. Wer sich hingegen Gott zuwendet und bestrebt ist, nach Seinen Geboten zu leben, der wird auch von Ihm geführt sein. »Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es in ihr Herz. Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Keiner wird mehr den anderen belehren, man wird nicht zueinander sagen: Erkennt den Herrn!, sondern sie alle, klein und groß, werden mich erkennen« (Jeremia 31, 33 f.). (M. Holzbauer)
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