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Glosse Kannibalismus bei der Bundeswehr Wenn einer Armee das Geld - gleich Pulver - ausgeht, ja dann ..., dann kann sie nicht mehr aus allen Rohren schießen. »Wäre das eigentlich so schlimm?« - mag sich manch unbedarft friedlicher Steuerzahler fragen. Dieses Problem stellt sich seit kurzem bei der deutschen Bundeswehr, der im laufenden Haushalt 400 Millionen Mark für die Erneuerung ihres Kriegsgerätes fehlen. Wie man hört, soll das dazu führen, dass die Anschaffung eines neuen Kampfflugzeuges mit dem
viel versprechenden Namen »Eurofighter« verschoben werden muss. Ein Alptraum breitet sich aus: »Die Einsatzfähigkeit der deutschen Armee in Gefahr ...; die Glaubwürdigkeit der deutschen
Außenpolitik beschädigt ...«. Und nicht zuletzt: Wie sagen wir es den Amerikanern, die schließlich erwarten, dass Deutschland als Hilfssheriff jederzeit Gewehr bei Fuß steht. Der Feind wird sich die Hände reiben ... »Der Feind« - wer ist das eigentlich? Das weiß man schon seit längerem nicht mehr so recht - vielleicht einer der fünf »Schurkenstaaten«, wie es im internationalen Sprachgebrauch neuerdings heißt. Gemeint sind der Iran, der Irak, Nordkorea, Libyen und Syrien. Die sind zwar alle relativ weit weg. Aber in 10-15 Jahren könnten sie über
weit reichende Raketen verfügen, die auch Europa bedrohen. Da muss man natürlich schon jetzt richtig zurückschießen können. Wenig Geld und keine Feinde
Deshalb will der Verteidigungsminister nun die Kasernen verkaufen - allen Ernstes. Erlös: rund 20 Milliarden. Finanziert werden soll der Kaufpreis von der Wirtschaft und privaten Investoren. Nicht auszudenken, wenn einige reiche Pazifisten die Kasernen kaufen und dann den Insassen die Mietverträge kündigen. Die Soldaten müssen dann in Zelte umsiedeln. Und wenn es ihnen zu kalt wird, gehen sie einfach nach Hause. Dann wäre Deutschland endgültig seinen Feinden ausgeliefert. Von wem ist da gleich wieder die Rede? Klar, von den »Schurken«, die überall lauern. »Die Russen«? Das ist lange her. Schröder feiert mit Putin Weihnachten und wenn man den neuen Zaren in Tschetschenien Krieg führen lässt, ist er der friedlichste Mensch. Milosevic? Den gibt es auch nicht mehr auf der politischen Bühne.
Ghaddafi? Der kauft inzwischen Geiseln frei. Bleibt nur noch Saddam Hussein, gegen dessen Angriffe wir uns zur Wehr setzen müssen. Doch machen das nicht längst die Amerikaner? Denen geht das Geld bestimmt nicht aus. Die wollen jetzt ein globales Raketenabwehrprogramm installieren, zu Land, zu Wasser und im Weltraum - an die 650 Intercontinentalraketen. Und daneben regionale Abfangraketen, um eigene und verbündete Truppen zu schützen, wo sie gerade im Einsatz sind. Deutschland soll einbezogen werden, vielleicht sogar Russland. So viele »Schurken« auf einmal, wie man damit abfangen und vernichten könnte, lassen sich gar nicht auftreiben. |
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