|
Hinter den Klostermauern Die (S)Exzellenzen Zölibatäre Schürzenjäger, schwangere Nonnen und Abtreibung auf bischöfliches Geheiß - bloß Einzelfälle? Was Moralapostel hinter Klostermauern wirklich treiben ...
Selige Lustknaben Hunderte von namentlich unterschriebenen Berichten liegen dem Vatikan vor, nicht nur aus Afrika, sondern aus insgesamt 23 Ländern. Der Vatikansprecher, dem »das Problem bekannt« ist, wiegelte ab: Es sei »geographisch begrenzt«. Und der Münchner Kardinal Wetter verurteilte »Sensationsmeldungen« über dieses Thema. Die Fälle von Fehlverhalten und Schuld müssten »in einem Gesamtzusammenhang beurteilt werden«. Die Angelegenheit würde sich »statistisch immer noch in einem ganz kleinen Rahmen bewegen«, zitiert die Süddeutsche Zeitung das erzbischöfliche Ordinariat in München. Der Vatikansprecher, der das Problem für »begrenzt« hält, spricht zwar von Untersuchungen, aber nicht von konkreten Konsequenzen für die klerikalen Täter. Moralischer Super-GAU Die Verharmlosungsversuche der Kirchenvertreter angesichts dieses moralischen Super-GAUs sind atemberaubend. Vor Staatsanwälten fühlt man sich hinter den Mauern des Vatikans allemal sicher. Doch was ist mit den Bischöfen vor Ort und den Ordensoberen, die in den Sexualskandal verstrickt sind? Sollen sie einfach straflos ausgehen? Und wie hält man es mit der Öffentlichkeit, der sich die Kirche in Sachen Moral immer noch als oberste Instanz präsentiert? Der päpstliche Bannfluch gegen Abtreibungen und die Ordnungsrufe an die deutschen Bischöfe erhalten einen reichlich pharisäischen Beigeschmack angesichts der Zustände in katholischen Orden. Nichts zerrüttet die gesellschaftliche Moral mehr als die Scheinheiligkeit öffentlicher Moralapostel. Man stelle sich einmal vor, was passieren würde, wenn eine der neuen religiösen Bewegungen, die von den Kirchen so gern als »gefährliche Sekten« diffamiert werden, mit spiritueller Nötigung oder körperlicher Gewalt Liebesdienste ihrer jugendlichen Anhängerinnen erzwingen würden. Könnte es sich dann ein deutscher Vertreter solcher Organisationen - so wie der Münchner Kardinal - leisten, vor »Sensationsmeldungen« zu warnen? Was hinter den Mauern einer katholischen Institution geschieht, ist nur so lange deren Sache, als es nicht um Menschenrechtsverletzungen, sexuelle Gewalt oder Missbrauch von Abhängigkeiten geht. Die Frauen waren dieser Kirche ja von Anfang an wenig wert - zunächst nicht viel mehr als Sklaven und Tiere; ob sie überhaupt im Besitz einer unsterblichen Seele seien, war für katholische Theologen lange Zeit höchst fraglich. Auch heute nehmen sie Frauen nicht für voll. Mit der Verfassung auf Kriegsfuß Die römisch-katholische Männergesellschaft bleibt unter sich und schließt die Frauen von Amt und Würden aus. Wenn die Repräsentanten einer solchen mit Grundwerten der Verfassung auf Kriegsfuß stehenden Institution immer noch als moralische Oberlehrer auftreten, wirkt dies nicht nur peinlich, sondern für die gesellschaftliche Moral zersetzend. Die Korruption in kirchlichen Organisationen wie der Caritas, die Nähe des Vatikans zur Mafia, die sich häufenden Fälle von Kindsmissbrauch und die sexuelle Gewalt gegen Nonnen in katholischen Orden - das alles lässt den kirchlichen Einfluss in staatlichen und halbstaatlichen Gremien, in Rundfunkräten und Jugendausschüssen als äußerst fragwürdiges Überbleibsel aus Zeiten erscheinen, in denen es den Kirchen noch besser gelang, die eigenen Zustände zu vertuschen, päpstliche Bordelle und hauseigene Lustknaben ebenso wie Giftmorde und Bestechungsskandale. Jahrhunderte lang blieb das kirchliche Sündenbabel aus sex and crime und die Ruchlosigkeit von Päpsten und Kardinälen der Öffentlichkeit verborgen - dank eines totalitären Zwangssystems, das seine Gegner physisch und geistig mundtot machte. Einer seiner Repräsentanten, Pius IX., der in seinem Vatikanstaat noch politische Gefangene einkerkerte und die Todesstrafe praktizierte, wurde soeben selig gesprochen.
|
Copyright © Verlag DAS WEISSE PFERD GmbH, Marktheidenfeld,
Deutschland
Altfeld, Max-Braun-Straße 2, 97828 Marktheidenfeld,
Fax: 09391 / 504-210
http://www.das-weisse-pferd.com -
E-Mail:
info@das-weisse-pferd.com
TV-Programmtipp:
http://www.erde-und-mensch.org/de
Einige aktuelle
Themen:
Im Blickpunkt: Die Main-Post -
http://www.das-weisse-pferd.com/2009/mainpost_universelles-leben.html
Die Neue Zeit-TV auf Astra
Digital - http://www.das-weisse-pferd.com/2009/die_neue_zeit.html
Die Kirche soll sich nicht mehr "christlich" nennen -
http://www.christus-oder-kirche.de
Die verschwiegenen
Leiden von Organspender und Organempfänger -
http://www.theologe.de/theologe17.htm