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»No Logo«
Die Verlierer der Globalisierung
Die Globalisierung erhöht angeblich auch die Chancen der Menschen in den Entwicklungsländern. In Wirklichkeit werden viele nur noch schamloser ausgebeutet.
Da schrieen die Arbeiter schockiert auf – vor »Unglauben, Wut und mit einer Mischung aus Schmerz und Traurigkeit«, beschreibt Naomi Klein eine Szene aus Haiti in ihrem zum Bestseller gewordenen Buch
No Logo. Der Grund für die Empörung: ein Pocahontas-T-Shirt, das sie vor ihrer Abreise in New York in einem Wal-Mart-Supermarkt eingekauft hatte, für 10,97 Dollar. Den Arbeitern war das Stück mit dem Firmen-Logo der Firma Disney gut bekannt – sie stellen die Hemden nämlich selber her. Allerdings: Kaufen könnten sie keines. 10,97 Dollar sind das Fünffache ihres Tageslohns.
Keine Produkte, sondern Marken!
In Naomi Kleins Buch
No Logo! kann man weitere Beispiele für den Irrwitz der modernen Globalisierung nachlesen: Die 50 000 Arbeiter der Yue-Yen-Fabrik in China, die Nike-Sportschuhe herstellen, müssten 19 Jahre lang arbeiten, um das zu verdienen, was Nike in einem Jahr für Werbung ausgibt. Ein Haitianischer Arbeiter, der 28 Cent die Stunde verdient, müsste 16,8 Jahre lang arbeiten, um den Stundenlohn des Disney-Managers Michael Eisner zu verdienen, für dessen Firma er arbeitet: 9783 Dollar.
Der Clou bei der Sache ist: Der Haitianer arbeitet offiziell gar nicht für Disney oder Nike. Er ist bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt, die Aufträge der großen Markenkonzerne annimmt und abwickelt. Ob Nike, Wal-Mart, Benneton, Starbucks, Adidas oder Microsoft – wer von den großen Konzernen etwas auf sich hält, hat kaum noch Angestellte und produziert längst keine Waren mehr, sondern: eine Marke! Rund um den Globus sind in Vietnam, China, auf den Philippinen oder in Honduras so genannte »Sweat-Shops« (wörtlich: »Schweiß-Geschäfte«) entstanden, oft in abgeriegelten, von Militär bewachten »Sonderwirtschaftszonen«. Dort arbeiten meist jüngere, ledige Angestellte fast rund um die Uhr, um die teuren Markenprodukte für die Reichen herzustellen. 14-Stunden-Tage sind keine Seltenheit, Überstunden werden kaum bezahlt, aber oft eingefordert (wer nicht mitmacht, braucht am nächsten Tag nicht mehr zu kommen), manchmal wird auch die Nacht durchgearbeitet, Schwangere und Aufmüpfige werden hinausgeekelt, die Unterbringungsverhältnisse sind katastrophal, die Bezahlung ist extrem niedrig, so dass die unter großen Versprechungen Angelockten so gut wie nichts an ihre Familien weitergeben können. Es sind Fälle bekannt, wo Arbeiterinnen vor Überarbeitung starben oder Fehlgeburten hatten (weil die Frau nicht zum Arzt durfte) oder Gewerkschaftsvertreter tot aufgefunden wurden. In einer chinesischen Fabrik ist sogar das Lächeln verboten, das Sprechen ohnehin.
Als der Film 101 Dalmatiner gedreht wurde, durften die Hunde während der Dreharbeiten auf gepolsterten Betten unter Wärmelampen schlafen, wurden ständig von Tierärzten betreut, erhielten bestes Futter. Die haitianischen Arbeiter, die Schlafanzüge mit Figuren aus dem Film zusammennähen, können von solchen Verhältnissen nur träumen.
Zustände wie im Frühkapitalismus
Weshalb dulden Länder wie Indonesien oder die Philippinen solche »Sonderzonen«, in denen weltweit 26 Millionen Menschen wie Sklaven gehalten werden? Weshalb stellen sie die Unternehmen auf Jahre hinaus von der Steuer frei und dulden, dass ihre – ohnehin schon unterentwickelte – Arbeits- und Mindestlohn-Gesetzgebung dort missachtet wird? Es herrschen dort Zustände wie im europäischen Frühkapitalismus - »es war, als sei die Zeit überhaupt nicht vergangen, sondern hätte nur den Ort gewechselt«, so Naomi Klein. Wahrscheinlich verbinden arme Länder mit solchen Orten die Hoffnung auf Technologie-Transfer, auf langfristige Auslandskapital-Bindung. Doch die Hoffnung trügt. Sobald ein weiteres Land noch billigere, noch leichter auszubeutende Arbeitskräfte anbietet, schwirren die Leichtbau-Fabriken ab wie die »Schwalben« – so werden sie in Guatemala tatsächlich genannt. Und wenn die Steuerbefreiung ausläuft, wird einfach die alte Fabrik geschlossen und als »neue« unter anderem Namen wieder eröffnet.
Gleiche Arbeit, halbes Gehalt
Den Arbeitern in Nordamerika oder Europa geht es zwar noch wesentlich besser als ihren Kollegen auf der Südhalbkugel der Erde – aber auch hier hat die »schöne neue Arbeitswelt« längst Einzug gehalten. Auch in ihren Stammländern haben die namhaften großen Konzerne ihre Strategie durchgezogen: Marken herzustellen, keine Produkte – und Geld für Imagewerbung auszugeben, nicht für Arbeitskräfte. In den USA besitzt die Mehrzahl der werktätigen Bevölkerung keine Voll-Arbeitsplätze mehr. American Airlines entließ 1993 seine Ticketverkäufer an den Flughäfen und übertrug diese Arbeit einer selbständigen Agentur. Arbeitskräfte, die zuvor 40.000 Dollar im Jahr verdient hatten, bekamen ihre Stellen umgehend wieder angeboten – für 16.000 Dollar Jahresgehalt. Am radikalsten ging der Computerkonzern Microsoft mit dem superreichen Bill Gates an der Spitze vor: Sogar die Empfangsdamen und der konzerneigene Laden wurden an Fremdfirmen übergeben – »outsourcing« nennen das die Wirtschaftsexperten. Die Kehrseite der Medaille sind z. B. Niedriglohn-Verkäufer, die in amerikanischen Einkaufszentren 15 Minuten nach Verkaufsschluss Schlange stehen, damit ihre Taschen kontrolliert werden können – 42,7
% der im US-Einzelhandel gestohlenen Waren wurden 1998 von Angestellten entwendet. Die Vorarbeiter dürfen in vielen Betrieben auch tagsüber jederzeit Spinde und Taschen durchsuchen.
Als schwarze Jugendliche in New York erfuhren, dass die Herstellung der Nike-Sportschuhe, für die sie zwischen 100 und 180 Dollar bezahlen müssen (und manche von ihnen bringen sich wegen der begehrten Schuhe sogar gegenseitig um), nur fünf Dollar kostet und ein Arbeiter in Indonesien nur zwei Dollar am Tag verdient, schrieben sie einen Brief an die Konzernleitung: »Es ist nicht recht, was ihr tut. Ein fairer Preis wäre 30 Dollar gewesen. Könnt ihr mir bitte 70 Dollar zurückschicken?« Als der Konzern kaum reagierte, warfen 200 Jugendliche ihre alten, abgetragenen Turnschuhe den Managern vor die Türe. Die Presse war da – und der Konzern hatte ein Problem. Denn all die modernen Logo- oder Marken-Konzerne leben von einem ganz bestimmten Image, von einer »Story«, die sie den Kunden beständig einhämmern, von einem Lebensstil (Life-style), den sie für sich und ihre Kunden beanspruchen. Bei Nike ist dies zum Beispiel der Mythos des jungen Sportlers, der »es einfach tut« (»Just do it!« lautet der Firmenslogan) und durch den Sport sogar dem Ghetto entfliehen kann. In Wirklichkeit sorgen die Konzerne, die so gerne die »coolness« junger Afroamerikaner vermarkten, durch ihre Konzernpolitik dafür, dass die Eltern dieser Jugendlichen keine Arbeit mehr finden – weil kein einziger Schuh mehr in den USA hergestellt wird.
Keine Chance für Mittelstand
Andere Konzerne, wie der weltweit größte Einzelhändler Wal-Mart oder die Hamburger-Kette McDonalds, sorgen systematisch dafür, dass selbständige kleine Einzelhändler oder Imbissstuben aufgeben müssen. Wal-Mart »erobert« erst dann ein neues Gebiet, wenn im bisherigen Bereich alles mit Filialen zugepflastert ist. Der Konzern drückt durch seine Größe die Preise der Zulieferer ins Bodenlose – so dass kleine Geschäfte im Einkauf oft höhere Preise bezahlen müssen als Wal-Mart im Verkauf verlangt. Auf diese Weise breitet sich Wal-Mart aus »wie Melasse: langsam und zäh«. Der Mittelstand hat auf Dauer keine Chance. Der Einzelhandels-Riese sorgt für verödete Innenstädte und ebenso öde, aber billige Verkaufs-Schuppen – und erweckt dadurch ironischerweise genau die Bedürfnisse, die anderen Konzernen wiederum als Sprungbrett für ihre »Story« dienen. Die Kaffeekette Starbucks etwa setzt auf romantisches, ausgefallenes Interieur, erzeugt die Illusion von Intimität und Individualität. Doch der Konzern geht in Wirklichkeit genauso rücksichtslos vor, um jegliche Konkurrenz auszuschalten: Er schafft so genannte »Cluster« (Bündel) von Läden in bestimmten Stadtvierteln, die schließlich einander die Kunden abnehmen, sich teilweise gegenseitig »auffressen« (»cannibalize« heißt es wörtlich in der Konzernstrategie) – doch das wird in Kauf genommen, weil die kleinen, selbständigen Kaffeehäuser gleich mit verschwinden. Zudem stellte sich heraus, dass Starbucks-Kaffee, so wie viele andere Sorten, teilweise mit Kinderarbeit und Löhnen unter dem Existenzminimum hergestellt wurde, von Pestiziden ganz zu schweigen.
An dieser Stelle sind die Konzerne verwundbar. Denn die Image-Kampagnen, die sie vom Zaun brechen, sind wie Eingaben, an denen sie früher oder später gemessen werden können. Wenn sich herausstellt, dass Spielzeug von Kindern hergestellt wird, die keine Kindheit haben, oder dass Firmen, die von »girls-power« reden und feministische Sprüche verbreiten, um damit Kundinnen zu beeindrucken, in Übersee Frauen ausbeuten und erniedrigen lassen, indem sie etwa zu regelmäßigen Schwangerschaftstests oder gar zu Abtreibungen gezwungen werden, dann kann man das Image von heute auf morgen vergessen. Der Heiligenschein, mit dem sie sich umgeben (von Spöttern »Loglo« genannt, aus »Logo« und »halo«), wirkt plötzlich verschmutzt und blutig .
Konzerne: Reicher als viele Staaten
Ähnliches gilt, wenn eine Firma in ihrer Werbung von »Verantwortung« und »Gemeinsinn« spricht, selbst aber jegliche
Verantwortung für Arbeiter und Angestellte – und somit für die Volkswirtschaft eines Landes – ablehnt. Oder wenn von »Menschenrechten« gesprochen wird, die aber den Arbeitern in den militärisch bewachten »Sonderzonen« vorenthalten werden.
Durch die Vernetzung von Informationen haben Menschenrechts-Aktivisten es geschafft, all diese Themen ins Bewusstsein vieler Menschen zu bringen. Der Kunde soll wissen, wie das Produkt entstanden ist – und der Hersteller im Sweat-Shop soll wissen, was sein Produkt am Ende kosten wird. Auf diese Weise wurden zahlreiche Konzerne zu Zugeständnissen gezwungen, verkündeten beispielsweise Verhaltens-Kodices für die Arbeitsbedingungen vor Ort. Doch wer kontrolliert deren Einhaltung?
Die Aktivisten stoßen jedoch auch in anderer Hinsicht an ihre Grenzen. Was ist gewonnen, wenn ein Konzern an den Pranger gestellt wird und eventuell Zugeständnisse macht – und die Konkurrenten treiben es ebenso oder noch schlimmer?
Letztlich ist die Tatsache, dass einige multinationale Konzerne »die mächtigsten politischen Kräfte unserer Zeit« geworden sind, dass von den 100 führenden Wirtschaftseinheiten der Erde 52 Konzerne und 48 Staaten sind, auch wiederum nur ein Symptom für eine aus den Fugen geratene Wirtschaft – eine Weltwirtschaft, in der Egoismus pur herrscht, in der die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird, in der eine beständige Umverteilung von unten nach oben stattfindet. Der Zinseszinsmechanismus führt dazu, dass immer mehr Geld in den Händen von immer weniger angehäuft wird – und dieses Geld sucht nach größtmöglicher Rendite, und das geht wiederum auf Kosten der Arbeiter und der Umwelt.
Welche Energie haftet am Produkt?
Große Konzerne, die alles zu vereinnahmen und zu beherrschen trachten
(siehe unten) sind letztlich nur ein Zerrspiegel für die verbreitete Haltung: Alles nur für mich! Doch gerade die Rücksichtslosigkeit und Dreistigkeit, mit der dies durchgeführt wird, bringt andere Menschen wieder zum Nachdenken und zum Handeln. Es wird ihnen bewusst, dass es nicht gleichgültig ist, wie und wo ein Produkt hergestellt wird. Aus geistiger Sicht könnte man hinzufügen: Die Gedanken und Gefühle derjenigen, die es hergestellt haben, verpuffen nicht einfach. Sie hängen gleichsam an den Produkten, ebenso wie die Gefühle der Tiere und Pflanzen, die bei der Herstellung leiden mussten. Es sind Informationen, in diesem Fall negative Informationen, die wiederum Negatives wie Angst, Depression, Aggression und dergleichen verstärken können. Hier liegt die Chance einer Bewegung, die den Firmen auf die Finger schaut und Arbeitsbedingungen und Produktwege aufdeckt. Wer wachsam ist, informiert sich, fragt nach, auch wenn das nicht immer einfach ist – und unterstützt Produkte, von denen er sicher weiß, dass sie auf positive Weise zustande kamen. (mh)
Literatur: Naomi Klein, »No Logo! Der Kampf der Global Players um Marktmacht – Ein Spiel mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern«, Riemann Verlag, 2001, 24,-
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Wem nützt die Globalisierung?
»Globalisierung« bedeutet weltweite Vernetzung von Wirtschaftsvorgängen. Doch internationalen Warenaustausch gab es schon immer – »die weltweiten Warenströme sind heute nicht entscheidend höher als vor dem Ersten Weltkrieg«, so
Die Woche (9.11.2001). Statt die Länder der Welt einander näher zu bringen, führt die viel gerühmte Globalisierung heute zu Spaltungstendenzen: Die Welt wird aufgeteilt a) in die reichen Länder, b) in diejenigen, welche für die Reichen unter frühkapitalistischen Verhältnissen produzieren dürfen und c) in diejenigen, die völlig uninteressant sind und außen vor bleiben – z. B. weite Teile Afrikas. Manche Länder der zweiten Kategorie wie Argentinien brechen unter der Schuldenlast und »Zinsknechtschaft«
(Die Woche) zusammen. Statt Wohlstand für alle verschärft sich die Armut. Dennoch warnt die Buchautorin Naomi Klein davor, die Globalisierung als Feindbild zu sehen: Es komme auf den Inhalt und die zugrunde liegenden Prinzipien an. »Wir müssen Pluralität, Fortschritt und echte Demokratie anstreben.« |
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Die Macht der Konzerne
Weltweite Absatzmärkte durch »Einheitskultur«?
Nachdem man Highschool-Schülern aus Missouri Werbespots auf Channel One gezeigt hatte, fragte man sie, wer wohl wen bezahlt habe. Die Mehrzahl war der Ansicht, dass wohl die Sportstars die Schuhfirmen dafür bezahlten, dass sie in deren Werbung auftreten durften. Ist dies nun ein Zeichen dafür, dass Kinder heutzutage die Realität nicht mehr erfassen? Oder ahnen die Schüler, wie Naomi Klein meint, intuitiv den Trend der Zeit – dass sich nämlich die Logo-Firmen absolut setzen, »spirituelle Kompetenz« beanspruchen, quasi-religiöse Züge annehmen – und damit wichtiger werden als die Stars, die für sie werben?
Kleidungsmarken wie »Hilfiger« versuchen, obwohl sie kein einziges Produkt selbst herstellen, zum Synonym für Kleidung zu werden – und erreichen, dass Tausende von Kunden freiwillig als lebende Werbeflächen der jeweiligen Marke herumlaufen. Ähnliches geschieht mit Schuhen, Möbeln, Kosmetik. Es gibt immer mehr Läden, in denen nur noch Ware ein- und derselben Marke verkauft wird.
Auf der Suche nach weiteren Absatzmöglichkeiten dringen die Markenkonzerne in immer neue Dimensionen vor. Der Levi’s-Jeans-Konzern kaufte 1996 in Toronto zahlreiche Gebäude in der Queen Street und verwandelte fast die gesamte Straße in eine
einzige Levi’s-Werbefläche. Die Süßwarenfabrik Liberty Orchard versuchte 1997 gar, eine ganze Stadt zu übernehmen: Unter der Drohung, ansonsten wegzuziehen, verlangte sie von der Kleinstadt, Straßen umzubenennen, den Firmennamen auf alle offiziellen Briefbögen zu schreiben und das Rathaus an die Firma zu verkaufen. Andere Konzerne führen Ferienreisen durch oder übernehmen Hotels, die dann mit ihren Produkten, etwa Möbeln, ausgestattet werden. Durch Sponsoring sind auch in amerikanischen Schulen und Universitäten Konzerne längst allgegenwärtig. Sie rüsten die Schulmannschaften aus, führen Werbesendungen vor, führen Wettbewerbe für die besten Werbeideen durch. Eine Highschool in Georgia schloss an einem »Coca-Cola-Tag« eine Schülerin vom Unterricht aus, die frecherweise an diesem Tag ein Pepsi-Cola-T-Shirt angezogen hatte.
Um sich weltweite Absatzmärkte zu erschließen und dabei regionale und sprachliche Grenzen zu überbrücken, werden den Jugendlichen in aller Welt via Fernsehen Werbespots vorgeführt, die ihnen eine oberflächliche Einheits-Kultur vorgaukeln: Unterschiedliche Gesichter, Wortfetzen, Buchstaben, ein paar Nationalflaggen – und dazu das Produkt, das jetzt überall konsumiert werden soll. Durch die Werbung wird ein regelrechter Angriff auf die Jugend ausgeführt: Sie sollen in Versuchung geführt werden, sich anstelle hoher ethischer Richtlinien (wie sie beispielsweise in der Bergpredigt zu finden sind) einen oberflächlichen »Lebensstil« als Zielvorgabe für ihr Leben zu nehmen.
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Wohin steuert die Weltwirtschaft?
»Die Welt mit ihrem derzeitigen Wirtschaftssystem steht am Abgrund. ... Wo Obrigkeits- und Untergebenendenken herrscht, entwickelt sich Gleichgültigkeit, weil andere vielfach für einen denken. Dort kann auch keine Gleichheit entstehen. Wo täglicher Kampf des einen gegen den anderen, wo in der Wirtschaft der Kampf der Giganten herrscht, kann keine Freiheit wachsen. Wo der eine ein überdimensionales Einkommen bezieht, andere hingegen am Hungertuch nagen, kann unter den Menschen keine Einheit entstehen. Wo Macht und Geld Machtlose unterdrücken, kann keine Brüderlichkeit auferstehen. ... Dieses Ungleichgewicht führt immer wieder zu Unfrieden, zu Hass, Neid, Mord, Kampf, Krieg, Vernichtung und anderem mehr. ... Die kriegerischen und mörderischen Gedanken jedoch können durch Waffen nicht zerstört werden, sondern einzig dadurch, dass die Menschen das tun, was Jesus in Seiner Bergpredigt lehrte.«
Aus: Der Prophet, Die Stimme des Herzens, Nr. 4: »Der Aufbau des göttlichen Werkes und die Tat – die Betriebswirtschaft nach der Bergpredigt, vom Geiste des Christus Gottes empfangen«, kostenlos zu bestellen bei: Verlag DAS WORT, Max-Braun-Str. 2, 97828 Marktheidenfeld, Tel. 09391/504-135;
siehe auch
http://www.universelles-leben.org/cms/prophetie/publikationen.html |
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»Globalisiertes« Fischmehl
Schlafende Behörden, schleichender Tod
Ausgerechnet verseuchtes Fischmehl bringt das »grüne« Verbraucherschutzministerium in Deutschland in Bedrängnis.
13 Tage lang ruhte dort eine Warnmeldung der niederländischen Behörden, wonach mit dem verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol verseuchte Krabben nicht entsorgt, sondern illegal nach Deutschland geschleust und dort in einer Cuxhavener Firma zu Fischmehl verarbeitet wurden. Verbraucherschutzministerin Künast hatte seit dem 13. April 2001 Fischmehl, das auch als Überträger des BSE-Erregers gilt, trotz heftiger Proteste in Deutschland wieder für die Schweine- und Geflügelzucht zugelassen. Sie versprach im Gegenzug strenge Kontrollmaßnahmen.
Am 11.9.2001 fragte eine besorgte Leserin des Hamburger Abendblattes, woran es liegt, dass aus frischen Eiern ein »scheußlicher Geruch« aufstieg. Ein, wenn auch »seltener«, Grund kann sein, so die Hamburger Verbraucherschutz-Beratung, dass »Hühner mit Fischmehl gefüttert wurden«. Viele Gefahren kann der Verbraucher jedoch nicht riechen, z. B. die Verseuchung mit Chloramphenicol. Das Antibioticum gilt als ein »Medikament der Armen«, weil es bei der Behandlung von Infektionen ca. 20 mal billiger ist als andere Medikamente. Der Nachteil sind die leider vielfach tödlichen Nebenwirkungen. So klagt der in Kambodscha tätige Schweizer Kinderarzt Beat Richner: »Woche für Woche sehen wir Kinder in unseren Spitälern, die verbluten und sterben, weil sie anderswo mit Chloramphenicol vergiftet wurden«
(Neue Züricher Zeitung, 17.4.2001). In der Europäischen Union ist das Medikament deshalb auch seit 1994 verboten, da es das Blutkrebsrisiko drastisch erhöht, die Knochenmarksbildung stoppt und zu Anämien (Verlust der roten Blutkörperchen) führt. Doch über das Fleisch verseuchter Tiere, zuletzt z. B. von Kälbern oder Krabben, deren Wachstum in Südostasien mit diesem Mittel beschleunigt wurde, gelangt das Gift auch in den menschlichen Körper – auch ein Aspekt der Globalisierung.
Wer Fleisch isst, fördert also unter Umständen auch die Verseuchung ostasiatischer Gewässer mit gefährlichen Giften. |
Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 2/02
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