Friedensreich aktuell

Krankes Reh sucht bei Menschen Hilfe

Immer wieder halten wir unsere Leserinnen und Leser auf dem Laufenden darüber, was sich auf dem friedfertigen kleinen Landstrich ereignet, den Landwirte, Gärtner und Landschaftsplaner im Auftrag der Gabriele-Stiftung betreuen. In der letzten Ausgabe (Nr. 6/2002; siehe Druckausgabe) berichteten wir, dass schon viele Bewohner die Biotope, Wiesen- und Waldflächen bezogen haben: Hasen, Rehe, Igel, unzählige Vogelarten, Frösche, Reptilien, Kleintiere und Insekten siedeln sich an und freuen sich über den gesunden, giftfreien Lebensraum, der in den letzten Monaten geschaffen werden konnte. Hasen hoppeln über die Felder, Füchse siedeln sich an und Rehe äsen am hellen Tag auf der Wiese unweit des landwirtschaftlichen Hofs und verlieren mehr und mehr die Scheu vor den Menschen. 

Doch geht die Zurückgewinnung dieses Lebensraumes nicht ohne Widerstände vonstatten: Kürzlich wurde ein krankes und sehr geschwächtes Reh beobachtet. Eine herbeigerufene Tierärztin stellte fest, dass das Tier an schweren Schäden des Nervensystems und der Augen litt - Vergiftungserscheinungen, wie sie durch den Verzehr von chemischen Dünge- oder Spritzmittel oder durch schwermetallverseuchte Nahrung hervorgerufen werden können. Gerade in dieser Jahreszeit, wenn alles im Saft steht und sich die Rehe auf die Wiesen und Felder wagen, um dort von dem saftigen Grün der jungen Pflanzen zu essen, nehmen sie besonders viel von den Giften der konventionellen Landwirtschaft auf und können - wie in diesem Fall - schwer erkranken. Aufgrund der Störungen des Nervensystems und der Augen hatte sich das Reh noch etliche Verletzungen zugezogen, die zum Teil genäht werden mussten, da das Tier halb blind gegen Maschinen und andere Gegenstände gerannt war. Zudem war es völlig abgemagert - offenbar hatte es aufgrund der Sehstörungen kaum zu essen gefunden ... 

»Gegen die Agrarindustrie mit ihren Pestiziden, Herbiziden, Fungiziden, mit Neuzüchtungen und den auffällig vielen Erkrankungen des Zentralen Nervensystem bei Tieren kann man wenig ausrichten«, sagen die Landwirte im friedfertigen Landbau. Ihr Ziel ist deshalb, einen möglichst zusammenhängenden Felderverbund friedfertig zu bewirtschafteten, also ohne Chemie, ohne Mist und Gülle und ohne Genmanipulation. Doch was ist mit den Feldern, die noch als Inseln innerhalb des friedfertig bewirtschafteten Landstrichs liegen? »Unsere Sorge ist, dass sich ein Tier, das bei uns eine Heimat gefunden hat, auf ein Nachbarfeld begibt und sich dort vergiftet.« 


Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 7/02

 


Copyright © Verlag DAS WEISSE PFERD GmbH, Marktheidenfeld, Deutschland
Altfeld, Max-Braun-Straße 2, 97828 Marktheidenfeld, Fax: 09391 / 504-210
http://www.das-weisse-pferd.com - E-Mail: info@das-weisse-pferd.com

TV-Programmtipp:
http://www.erde-und-mensch.org/de

Einige aktuelle Themen
:
Im Blickpunkt: Die Main-Post - http://www.das-weisse-pferd.com/2009/mainpost_holtzbrinck_universelles-leben.html

Die Neue Zeit-TV auf Astra Digital - http://www.das-weisse-pferd.com/2009/die_neue_zeit.html
Die Kirche soll sich nicht mehr "christlich" nennen - http://www.christus-oder-kirche.de

Die verschwiegenen Leiden von Organspender und Organempfänger - http://www.theologe.de/theologe17.htm