Unterschätzte Gefahren

Krank durch Fleisch?

Fleisch gilt traditionell als Nahrungsmittel für den Menschen. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen belegen allerdings, dass es für die menschliche Ernährung nicht notwendig und eher als Genussmittel einzustufen ist, wie z. B. Alkohol oder Nikotin. Und dass es für die Gesundheit nicht minder gefährlich ist.

Viele, die bis vor kurzem noch glaubten, dass Fleischgenuss für ihre Gesundheit unbedenklich sei, haben sich mittlerweile für eine vegetarische Ernährung entschieden. Denn was eine Zeit lang als Frage des Glaubens oder Nicht-Glaubens galt, weicht immer mehr unausweichlichen Erkenntnissen. In der Broschüre »Isst du Fleisch, dann wirst du krank«*, legt Dr. med. Hans-Günter Kugler vom Institut für Erfahrungsheilkunde in Marktheidenfeld erstmals in zusammengefasster Form die negativen gesundheitlichen Folgen des Fleischkonsums vor.
In vergangenen Jahrhunderten haben sich in den Industrieländern Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes und Krebs zu den häufigsten Todesursachen entwickelt, mit stetig steigender Tendenz. Der Anstieg dieser Krankheiten verlief zeitlich parallel zu einem steilen Anstieg des Verzehrs von Fleisch und Wurst, und das renommierte Worldwatch-Institut kam zu dem Ergebnis: »Fleischreiche Ernährung trägt zu den häufigsten Todesursachen, nämlich Herzkrankheiten, Schlaganfällen und bestimmten Krebsarten bei.« Beim Fleischkonsum sind derzeit die US-Amerikaner mit 112 kg pro Person/Jahr im Durchschnitt weltweit führend. Und aus den USA, zuletzt im Mai 2002 z. B. von der Universität Minnesota, kommen auch die jüngsten Forschungsergebnisse zu diesem Thema, die man in Europa auf Dauer nicht unter den Teppich kehren kann. In der Broschüre »Isst du Fleisch, dann wirst du krank« sind sie bereits berücksichtigt und auf den neuesten Stand gebracht worden.

Wie schädlich ist Fleisch?

Nachfolgend die wichtigsten Fakten, die Dr. Kugler in der Broschüre zusammengetragen hat:

  • In tierischen Fetten sind vorwiegend so genannte »gesättigte Fettsäuren« enthalten. Diese verursachen Übergewicht, hohen Insulinspiegel, Zuckerkrankheit, Krebs und Herz- und Kreislauferkrankungen.

  • Beim Abbau von tierischem Eiweiß entsteht in unserem Körper ein Säureüberschuss: Unsere Knochen werden angegriffen und das Calcium darin wird herausgelöst und ausgeschieden. Die Folgen: Osteoporose, Anfälligkeit für Knochenbrüche. Derselbe Effekt wird durch die erhöhte Phosphorzufuhr beim Fleisch- und Wurstkonsum ausgelöst. Und weiter: Darmbakterien stellen aus tierischem Eiweiß so genannte »N-Nitrosoverbindungen« her, die Krebs erregend sind. Schließlich: Das tierische Eiweiß führt im Körper dazu, dass sich aus bestimmten Verbindungen vermehrt »freie Radikale« abspalten, die ebenfalls Krebs auslösen können.

  • Beim Braten, Kochen und Grillen von Würsten und Fleisch werden »heterozyklische Amine« frei gesetzt. Was dies genau ist, braucht der Laie nicht zu wissen. Doch er sollte wissen, dass es sich um Substanzen mit einem Erbgut verändernden Potenzial handelt, dass sie also Krebs verursachen können.

  • Fleisch und Wurst enthalten das so genannte »Hämeisen«, dessen hohe Aufnahme durch regelmäßigen Fleischverzehr zu einer Eisenüberladung im Körper führt. Die Folgen: Es spalten sich wiederum freie Radikale ab, die vor allem für die Entstehung von Darmkrebs verantwortlich sind.

  • Fleisch- und Wurstesser nehmen auch viel Arachidonsäure auf, die zu Entzündungen, z. B. zu Rheuma führen kann. Hier sind durch Ernährungsumstellung bereits kurzfristige Heilungserfolge möglich.

  • Fleisch und Wurst sind vielfach mit Antibiotika aus der Massentierhaltung belastet. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass dies zu einer Antibiotika-Resistenz beim Menschen führen kann. Soll er eines Tages damit behandelt werden, wirken sie nicht mehr.

  • Umweltschadstoffe wie Dioxine, Furane, polychlorierte Biphenyle reichern sich bevorzugt im Fettgewebe von Tier und Mensch an und gelangen auch über Fleisch und Wurst in den menschlichen Körper. Vor allem über den Fischgenuss erhöht sich zudem die schädliche Schwermetallkonzentration im Körper.

  • Zu schlechter Letzt: Die kalorienreiche Fleisch- und Wurstnahrung macht dick, was ebenfalls zu den bekannten Herz- und Kreislauferkrankungen, Tumoren usw. führen kann sowie zu der bereits mehrfach erwähnten Abspaltung freier Radikale.

  • Und nicht zu vergessen: Es gibt auch noch BSE ...

Demgegenüber ist erwiesen: Pflanzliche Nahrung enthält gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe, die eine gewisse Schutzfunktion vor Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen haben. Außerdem sind Vegetarier mit den lebenswichtigen Vitaminen B1, C und E, mit Folsäure, Beta-Carotin und den Mineralstoffen Kalium, Magnesium und Mangan von vorne herein besser versorgt.

Alle bekannten Tatsachen reichen nach der Auskunft von Dr. Kugler als wissenschaftlicher Beweis dafür, dass der Fleisch- und Wurstverzehr für die menschliche Ernährung entbehrlich ist. Daraus kann man weiter folgern: »Fleisch ist kein Nahrungsmittel, sondern ein Genussmittel wie Alkohol oder Drogen.«

Ein Genuss, der uns alle auch sonst teuer zu stehen kommt: Abholzung des Regenwaldes im Minutentakt; Vergiftung der Böden, des Wassers und der Luft durch Massentierhaltung. Allein der Methangas-Ausstoß der weltweit 1,4 Milliarden durch künstliche Befruchtung erzeugten und zur Schlachtung bestimmten Rinder ist genauso schädlich für das Weltklima wie der Schadstoffausstoß aller Autos. Dazu kommen Hungersnöte, da ein großer Teil der Getreideernten und übrigens auch des Trinkwassers für die Massentierhaltung vergeudet wird. Man verzichtet z. B. für 50 kg Rindfleisch, das man aus der Bewirtschaftung von einem Hektar Ackerland herausholt, auf 35.000 kg pflanzlicher Nahrungsmittel, die man ebenfalls aus diesem einen Hektar gewinnen könnte. So gilt auf vielfache - nicht nur unmittelbar medizinische - Art und Weise: Der Mord an den Tieren ist früher oder später der Tod der Menschen. Dabei handelt es sich beim Mord an den Tieren um permanente grausame Massenhinrichtungen von Lebewesen, die empfinden und fühlen wie wir Menschen. Schon das Gewissen könnte also Menschen dazu bewegen, kein Fleisch mehr zu essen. Und dort, wo das Gewissen bereits abgestumpft ist, könnte es die Einsicht in die zerstörerischen Zusammenhänge des Fleischkonsums sein. Doch auch hier mag mancher vielleicht sagen: »Nach mir die Sintflut.« So sind viele erst dann bereit umzudenken, wenn es ihnen selber an den Kragen, an die eigene Gesundheit, das eigene Leben geht. Die Zeit hier in diesem Erdenleben für ein neues Miteinander auch mit den Tieren nützen zu können, ist eine große Chance. (Dieter Potzel)

*»Isst du Fleisch, dann wirst du krank« 3,00 €; Verlag DAS WORT, Tel. 09391/504-135, Fax -133,
vgl. http://www.das-wort.com/deutsch/vegetarische-ernaehrung/index.php

Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 10/02

 


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