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Aktuelle Forschung Touristen oder
Jäger -
Wenn man Jägern vorwirft, sie schreckten durch ihre Schüsse das Wild auf und verursachten dadurch unter anderem eine erhöhte Nahrungsaufnahme, so entgegnen sie vielfach: Wir Jäger verhalten uns, wenn wir nicht gerade schießen, in der Natur sehr zurückhaltend. Aber die vielen Spaziergänger, Wanderer, Touristen, Jogger – die lassen das Wild nicht zur Ruhe kommen! Der Vogelkundler Prof. Bergmann von der Universität Osnabrück
ist dieser Frage »Wer stört eigentlich die Tiere?« gemeinsam mit seinen
Mitarbeitern einmal nachgegangen, und zwar am Beispiel nordischer Wildgänse.
Diese Tiere brüten im Sommer in der Tundra und Waldtundra Sibiriens. Im Oktober
fliegen sie zum Überwintern in wärmere Gebiete: an die Nordseeküste oder in die
großen Flusslandschaften an Rhein, Ems, Elbe und Weser. Wer darüber nicht
erfreut ist, das sind in der Regel die Landwirte, denn die hungrigen Gänse
landen nicht nur gerne auf Wiesen, sondern auch auf dem einen oder anderen Feld
mit Wintergetreide oder Raps und nehmen dort ihre Mahlzeit ein. Und dann ertönt
der Ruf nach dem Jäger, der doch, bitte schön, die lästigen Fresser beseitigen
solle. Gejagt werden macht hungrig Auch wenn die Jagd erlaubt ist: So einfach, wie manche Landwirte
sich das vorstellen, ist das mit der Gänsejagd nicht. Die Jäger, so Bergmann,
wollen »gar nicht so gern am Acker stehen und als Vollzugsgehilfen der
Landwirtschaft jagen. Sie wollen es schön haben, möglichst im Naturschutzgebiet
in ungestörter Stille ihrem Hobby nachgehen und die Gänse bequem abschießen,
wenn sie auf dem Schlafgewässer einfliegen.« Kommentar der Redaktion: Wenn die Wildgänse bei uns »Gastrecht« genießen sollen – um wie viel mehr müssten dann die bei uns einheimischen Wildtiere das Grundrecht der Unversehrtheit ihres eigenen Lebens und Lebensraumes haben, was inzwischen immer mehr Tierschützer fordern. Siehe auch: http://www.abschaffung-der-jagd.de
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