Pheromone in der Tiermast

Fortpflanzungsdunst
aus Kuh- und Schweinestall

Macht uns die Fleischproduktion »rauschig«? +++ Künstliche Parallelwelt der dunklen Ställe +++ Gülle, Gülle überall +++ Verbreitung durch Wind und Wetter +++ Gülle als Auslöser von Sexualverbrechen?

Eine Familie aus der Nähe von Bonn hatte ein zugelaufenes Wildschwein, einen ganz jungen Frischling, selber aufgezogen und im Garten gehalten. Dies führte zu einigen ungewohnten Erfahrungen, die folgendermaßen beschrieben werden: »Leider hat die Tatsache, dass Hanako [Red.: Name des zugelaufenen Wildschweins] einen starken Geschlechtstrieb entwickelte, unserem Zusammenleben schließlich eine Grenze gesetzt. Wir waren nicht darauf vorbereitet, dass Schweine einmal im Monat »rauschig« werden und dabei ein starkes Bedürfnis nach Ebern haben ... Wir haben es trotzdem fast vier Jahre mit ihr ausgehalten, bis ihr eines Tages der große Coup gelang ... wir bemerkten ihre übliche Veränderung erst, als sie aus dem Garten verschwunden war – und als vom fast zwei Kilometer entfernten Fußballplatz der Anruf kam, unser Schwein hätte das Turnier unterbrochen. Tatsächlich fanden wir Hanako mitten auf dem Platz unter etwa 40 kräftigen Fußballern, die schockiert mit ihr beschäftigt waren. Denn unser gutes Riesenschweinchen hatte sie mehr oder weniger alle als Ersatzeber anerkannt und damit begonnen, sie mit "öhsigem" Aufreiten zur Aktion zu fordern.«
Hier stellt sich die Frage, wie es möglich ist, dass Wildschweine, die so einen feinen Geruchssinn haben, verschwitzte Fußballer mit Keilern verwechseln.
Vermutlich liegt es daran, dass die Pheromone, die vor allem der Mann durch den Schweiß ausscheidet, dieselbe Wirkung haben wie diejenigen, die die Eber oder Keiler ausscheiden. Die so genannten Säugetiere, wie z. B. Schweine, Kühe, Pferde, Elefanten etc., steuern ihren Hormonhaushalt mit den uns allen bekannten Hormonen Östrogen und Testosteron. Da nun parallel zu der Hormonerzeugung im Körper aber auch die Pheromonerzeugung stattfindet, sind auch die geruchlichen Signalstoffe gleich oder sehr ähnlich.
Auf Grund dieser chemischen Ähnlichkeit ist es nahe liegend, dass all die Beeinflussungen über Pheromone, die unter Menschen möglich sind, auch zwischen Mensch und Tier und umgekehrt stattfinden könnten.

Macht uns die Fleischproduktion »rauschig«?

Versteckt vor den Augen der Öffentlichkeit werden Millionen von Säugetieren erzeugt, groß gezogen und geschlachtet, damit wir Menschen unseren Sonntagsbraten, unser Steak und unsere Bratwurst genießen können. Sie leben in ihrem kurzen Leben ständig im Rhythmus von künstlicher Befruchtung, Schwangerschaft, Geburt, Säugen und erneuter künstlicher Befruchtung, um möglichst viele Kinder zu haben, was in diesem Zusammenhang bedeutet: um möglichst viel Schlachtvieh zu produzieren.
Beispiel Tourismusbranche: Den Urlaubern wird in Hochglanzbroschüren eine Idylle vorgegaukelt, in der Friede herrscht zwischen Mensch und Tier. Angeblich leben sie einträchtig in einer herrlichen Landschaft zusammen, und glückliche Kühe laufen auf gesunden und saftigen Wiesen umher und geben gute Milch. Die reale Beziehung zwischen Mensch und Tier sieht hingegen anders aus. Beispiel Bayern: Das Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten zählte bei der letzten Viehzählung vom 3. Mai 2001 folgende Rinderbestände: 4,08 Millionen Rinder, aufgeteilt in 1,4 Millionen Milchkühe und 2,68 Millionen Mastrinder. Vom Statistischen Bundesamt Deutschland wurden am 3. November 2001 die Schweine in Bayern gezählt: Es waren 3,56 Millionen.
Um ein Gefühl für diese Zahlen zu bekommen, vergleicht man sie am besten mit unseren alltäglichen Erfahrungen: In Bayern leben 12 Millionen Menschen. Somit entfallen auf einen modernen Kleinfamilienhaushalt mit drei Personen (Vater, Mutter, Kind) eine Kuh und ein Schwein.
Da diese Tiere nun weder im Garten noch auf dem Balkon gehalten werden können, übernimmt das der so genannte Fleisch produzierende Landwirt für sie. Wie geschickt diese Massentierhalter die "Nutztiere" auf engstem Raum nutzen, erkennt man daran, dass der Normalverbraucher kaum Tiere sieht, weder auf dem Sonntagsspaziergang noch vom Auto aus, wenn er durch die Landschaft fährt.

Die künstliche Parallelwelt der dunklen Ställe

Diese riesige Menge an Nutztieren, die in einer künstlichen Parallelwelt in dunklen Ställen dahinvegetieren, geben nun Stoffe aller Art an die Umwelt, d. h. auch an uns Menschen ab, denn Massentierhaltung bedeutet intensivste erzwungene Fortpflanzung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln: So werden z. B. Pheromone und Hormone dazu eingesetzt, um die Muttertiere zu einem unnatürlich hohen Empfängnisrhythmus zu stimulieren.
Schon die jungen weiblichen Schweine werden als Kinder und Jugendliche ständig Eber-Pheromonen ausgesetzt, das heißt: Sie haben direkten Kontakt zu den Speichelpheromonen eines reifen Ebers, was den Eintritt der Pubertät um zwei Wochen verfrüht: Schon im Alter von 120 bis 140 Tagen bekommen die Schweine ihren Zyklus und werden sofort bei der zweiten »Rausche« künstlich befruchtet.

Die Ferkel lässt man vier Wochen säugen, dann werden sie abgesetzt und das Mutterschwein wird spätestens nach zehn Tagen unter entsprechender Stimulation mit Eberpheromonen aus der Spraydose mittels einer Spritze und Ebersamen aus der Tube künstlich befruchtet. Sobald dies nicht mehr funktioniert, weil das Muttertier ausgelaugt ist vom vielen Gebären, wird es geschlachtet. Seine Leichenteile werden in vielen Fällen traditionsgemäß nach dem Gottesdienst als Schweinsbraten mit Knödeln zu Mittag gegessen. Im Jahr 2001 verkauften alleine die Schlachthöfe in Bayern laut Statistischem Bundesamt 920 Millionen kg Rind-, Kalbs- und Schweinefleisch.
Deshalb müssen ständig weiter Nutztiere gezeugt, gemästet und geschlachtet werden, denn eine Hand wäscht die andere. So wurden bei Milchkühen in Bayern im Jahr 2001 1,91 Millionen künstliche Befruchtungen und 5.029 Embryo-Transfers durchgeführt.

Gülle, Gülle überall!

In diesem Fluidum von Zeugen, Schwangerschaft, Gebären, Säugen und wiederum Gebären sind alle damit zusammenhängenden hormonellen Vorgänge der Tiere ununterbrochen aktiv. Doch diese Aktivitäten blieben nicht im Stall: Z. B. scheiden die Tiere große Mengen an Hormonen sowie an - an so genannte Carrier-Eiweiße gebundenen - Pheromonen (bei nicht trächtigen Tieren) über den Urin aus. Wir müssen also davon ausgehen, dass mit der Gülle aus den Ställen, aber auch über den Klärschlamm große Mengen Hormonen, darunter Fortpflanzungshormonen und Pheromonen in die Umwelt gelangen. Nicht zu vergessen ist auch die Pheromon-geschwängerte Stallatmosphäre, die über die riesigen Abluftanlagen ins Freie geblasen wird.
Wenn man sich die Güllemengen anschaut, bekommt man - gelinde gesagt - einen Schrecken: Aus den Rinder- und Schweineställen Bayerns ergossen sich im Jahr 2001 knapp 10 Milliarden Liter (9.525.000.000) Gülle über Feld und Flur. Auf die Bevölkerung von Bayern umgerechnet ergibt dies 2,2 Liter pro Tag pro Person. 1/2 Liter davon stammen direkt von trächtigen Kühen und Schweinen, deren Gülle also hochgradig hormon- und pheromonhaltig ist. Die Landwirte fahren die Gülle im Herbst und im Frühling aufs Feld. Von Mitte November bis Mitte Januar ist eine Sperrfrist. In einer Empfehlung des hessischen Dienstleistungszentrums für Landwirtschaft, Gartenbau und Naturschutz vom Januar 2001 wird dem Landwirt empfohlen, Gülle nicht willkürlich auszubringen, sondern auf Jahreszeit und Anbaufrucht zu achten. Doch selbst bei dieser moderaten Sichtweise liegt die Empfehlung immerhin noch bei 60 Litern Rindergülle pro Quadratmeter pro Jahr. 60 Liter sind 6 Gießkannen voll – und dies auf bloß einen Quadratmeter.

Verbreitung durch Wind und Wetter

Wer übrigens darauf hofft, dass Hormone und Pheromone während der Güllelagerung oder auf dem Feld durch den chemischen Abbau schnell unwirksam werden, der täuscht sich. Die Technische Universität München hat sich im Jahr 2001 die Mühe gemacht, zu untersuchen, wie lange Steroid-Hormone in Mist, Gülle und Ackerboden überleben. Bei der Güllelagerung stellten sie fest, dass nach 267 Lagertagen immer noch die Hälfte der Steroid-Hormone vorhanden war. Und bei den Bodenproben konnten sie den einen Hormontyp noch nach acht Wochen, den anderen gar bis zum Ende der Anbauperiode, d. h. ca. drei Monate später, im Erdboden nachweisen. Übrigens: Alle wichtigen Fortpflanzungshormone und -pheromone von Säugetier und Mensch sind auf Steroid-Strukturen aufgebaut. Wir sind also dank der Massentierhaltung von einem ständigen Fortpflanzungsdunst umgeben.

Wie weit Inhaltsstoffe der Gülle auch durch den Wind verbreitet werden, kann aus folgender Untersuchung entnommen werden: Das Umweltbundesamt in Berlin hat die Belastung der Luft mit Keimen, also Bakterien und Pilzen, in der näheren Wohnumgebung von offenen Güllelagern untersucht und am 25. Juni 2002 folgende Mitteilung verfasst: »Die Gülle von Nutztieren aus der Landwirtschaft enthält unter anderem hygienisch relevante Bakterien wie Escherichia coli, coliforme Bakterien, Salmonellen und andere Keime, die bereits bei mittleren Windstärken in die Umgebungsluft gelangen und Darminfektionen hervorrufen können. Die Luftkeimkonzentration wurde bei verschiedenen Wetterlagen und in unterschiedlichen Abständen vom Lagerbehälter gemessen. Aus den Messergebnissen geht jedoch keine generelle Gesundheitsgefahr für die Anwohner hervor. (...) Bei ungünstigen Wetterlagen besteht jedoch die Möglichkeit erhöhter Emissionen von Bakterien wie Escherichia coli, coliforme Bakterien, Salmonellen, Leptospiren, Mycobakterien und Chlamydien. Es wird daher vorbeugend empfohlen, offene Lagerbehälter nachträglich abzudecken oder die Behälter außerhalb geschlossener Wohnsiedlungen zu verlagern.«
Wenn nun schon relativ schwere Bakterien, d. h. auch eventuell darin lebende hoch ansteckende Schweinepest-Viren, durch Wind und Wetter verbreitet werden, umso mehr verbreiten sich die federleichten Pheromon-Moleküle.
Und wie weit die Belästigung durch den Gestank der Gülle geht, kann sich wohl jeder einigermaßen vorstellen. Dazu im Vergleich: Pheromone wirken noch in einer Verdünnung, in der wir den Güllegestank schon lange nicht mehr riechen können, denn unser Vomeronasalorgan in unserer Nase, mit dem die Pheromone erfasst werden, reagiert viel empfindlicher auf die feinsten Botenstoff-Konzentrationen als unser übliches Riechorgan.
Nach all dem, was bis jetzt bekannt ist, müsste man sich ernsthaft überlegen, ob diese Umweltbelastungen aus der Massentierhaltung nicht auch unsere Gefühlsebene manipulieren könnten, nämlich über die bisher geschilderten und nachgewiesenen Übertragungswege und Steuerungsabläufe in unserem Hormonsystem.
Denn wie aufgezeigt wurde, führen bereits kleinste Konzentrationen dieser Stoffe zu Reaktionen unseres Körpers. Machen diese Stoffe uns vielleicht so »rauschig«, dass so manches »Kribbeln im Bauch« nur wenig mit dem Ziel unseres Begehrens zusammenhängt, sondern vielmehr mit den allgegenwärtigen Gülle-Pheromonen der Fleischproduktion? Liegt hier vielleicht gar eine Jugendgefährdung durch Pheromon-Rausch vor, der sozusagen zu »frühzeitiger Rauschigkeit« führt?

Gülle-Pheromone als Auslöser von Sexualverbrechen?

Die statistische Auswertung des Bayerischen Landeskriminalamtes über die so genannten »Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung« zeigt auf, dass im Zeitraum zwischen 1989 und 1998 in vielen ländlichen Landkreisen deutliche Zuwächse festzustellen sind. Über 50%ige Zunahmen der sexuellen Übergriffe verzeichnen folgende Landkreise: Kulmbach, Deggendorf, Eichstätt, Pfaffenhofen, Freising, Ebersberg, Miesbach, Bad Tölz und Lindau. Dazu im Kontrast: Im selben Zeitraum sind in der Großstadt München die betreffenden Straftaten zurückgegangen.

Könnte es sein, dass die riesigen Mengen an pheromon- und hormonhaltiger Gülle vielleicht gerade in ländlichen Gegenden, wo die Gülle aufs Feld kommt, eine allgemein erhöhte »Rauschigkeit« auslösen, die bei entsprechend labilen Menschen und Risikogruppen das berühmte Zünglein an der Waage darstellt. Vielleicht reicht schon ein kleiner Gülle-Pheromon-Impuls aus, einen krankhaft überspannten Hormonhaushalt vollends aus dem Gleichgewicht zu bringen – mit unabsehbaren Folgen für die Opfer, zu denen immer mehr Kinder und Jugendliche gehören. Wer weiß ... (Dipl.-Ing. Christoph Michels)


Zeitschrift Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 12/02

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