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Karma und Wiedergeburt aus christlicher Sicht Der Lauf der Welt
- Jedes Lebewesen, ob Mensch, ob Tier oder Pflanze, ist ein Bündel voller Energie, eingebunden in den energetischen Kosmos des Alls. Es wäre merkwürdig, wenn das, was wir in diesen großen Kosmos eingeben oder von ihm für uns verbrauchen, ohne Folgen für uns bliebe. Je schlimmer sich diese Welt entwickelt, umso notwendiger wird
es, dass wir uns mit zwei kosmischen Gesetzmäßigkeiten vertraut machen, um nicht
an Gott und der Welt zu verzweifeln: Dem Gesetz von Saat und Ernte und dem
Gesetz der Reinkarnation. »Wen Gott liebt, den straft Er« – wirklich? Doch selbst wenn wir die Möglichkeit in Betracht ziehen, schon
öfter hier gewesen und in eine jahrhundertealte Biographie verstrickt zu sein,
wehren wir uns, den Konsequenzen ins Auge zu schauen. Für Not und Krankheit,
Unterdrückung oder gar frühen Tod machen wir auch dann noch lieber andere oder
»bestimmte Umstände« oder – wenn alle Erklärungsversuche scheitern – eben Gott
verantwortlich, der nach einem der merkwürdigsten Sprichworte angeblich jene
straft, die Er liebt. Wer wollte es auch wagen, beim Anblick hungernder Kinder
in Afrika oder bei Berichten über den Völkermord in Ruanda daran zu denken, dass
die Gepeinigten möglicherweise ein Schicksal trifft, das sie auf die eine oder
andere Art schon anderen zugefügt haben. Beleidigend und ungeheuerlich klingt
das im ersten Moment, so als ob man furchtbares Unrecht rechtfertigen wollte,
vielleicht gar mit einem moralischen Zeigefinger oder dem wegwerfenden Unterton
»selber schuld«. Die Chance, wiederzukommen Man nennt dies Abtragung. Dies ist jedoch nicht die einzige Reparaturmöglichkeit: Die andere besteht darin, dass wir das vergangene Unrecht bereuen, womöglich wieder gutmachen und um Verzeihung bitten und dadurch die kosmische Verunreinigung – in uns und um uns – wieder beseitigen. Das lehrte Jesus von Nazareth in Seiner Bergpredigt, vor allem mit Seiner Feindesliebe, die Feindbilder auflöst und feindliches Handeln erledigt. Und das ist auch der Inhalt der Großen kosmischen Lehren des Jesus von Nazareth, die der Christus Gottes durch Seine Prophetin für die Jetztzeit offenbarte: »Alle äußeren, also herunter transformierten Energien müssen umgewandelt und in den Strom Gottes zurückgebracht werden, wo sie ihren Ursprung haben. Gotterfüllte Empfindungen, Gedanken und Worte sind das Einheitsbewusstsein, weil sie das Gesetz im Strom des Seins sind. Menschliche Empfindungen, Gedanken und Worte hingegen sind Einzelgänger, die sich wieder gleich gesinnten Empfindungen, Gedanken und Worten zugesellen, von wo aus sie dann wieder auf den Absender zurückkommen... Wer sein Leben nicht heiligt, der verliert es und wird es, je nach Belastung der Seele, eventuell durch mehrere fleischliche Eingeburten zurückgewinnen müssen – wenn er dann durch seine eigene Hölle geht, durch seine eigenen Qualen und Leiden, durch das, was er in sich selbst eingegeben hat.« Wer sich diese Zusammenhänge vergegenwärtigt, wird menschliches
Unglück in einer neuen Dimension sehen. Er wird Verbrechen nicht entschuldigen
und mit ihren Opfern nicht weniger mitleiden, sondern ihnen bei der Bewältigung
ihres Schicksals helfen. Er wird auch nicht vordergründig über Kausalitäten
spekulieren, sondern das Geheimnis der Biographie einer menschlichen Seele
respektieren, das nur für sie selbst bestimmt ist und eine Geschichte vieler
Inkarnationen beinhalten kann. Was glaubten die Jünger Jesu? Unabhängigen Geistern war die Wiedergeburt als Deutungsmuster
menschlichen Daseins stets präsent, während das gläubige Kirchenvolk anders
erzogen wurde: In einem einzigen kurzen Leben werden die Weichen für ein ewiges
Leben gestellt; für die treuen Söhne und Töchter der Kirche fährt der Zug in den
Himmel, für den überwiegenden Rest der Menschheit in die ewige Hölle. Mit den
Lehren des Nazareners haben solche Angst erregenden Perspektiven freilich wenig
zu tun. Vieles spricht dafür, dass Seine Jünger ganz selbstverständlich davon
ausgingen, mehrmals zu leben. Z. B. wenn man bei Matthäus liest, dass Jesus Seine
Jünger fragte: »Für wen halten die Leute den Menschensohn?«, und die Jünger
erwiderten: »Einige für Johannes, den Täufer, andere für Elias, andere für
Jeremias oder für einen von den Propheten.« Hätte Jesus so fragen können, wenn
die »Leute« von damals nicht an die Wiedergeburt geglaubt hätten? Er hatte
offensichtlich nichts dagegen, sonst hätte Er der Antwort Seiner Jünger wohl
deutlich widersprochen und darauf hingewiesen, dass all das undenkbar ist, weil
jede Seele nur einmal lebt. Auch bei der Heilung des Blinden, von der Johannes
berichtet, gehen die Jünger von der Möglichkeit mehrmaliger Einverleibungen aus,
wenn sie nach der Ursache des Blindgeborenen fragen: »...Wer hat gesündigt? Er
selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, dass er blind geboren wurde?« Was glauben die Urchristen von heute? In unseren Tagen tritt der Glaube an die Reinkarnation vor allem durch das Offenbarungswerk Gabrieles erneut in das Bewusstsein vieler Menschen. Was durch sie aus der göttlichen Welt über die Lichtsprache des Inneren offenbart wurde, gibt neue Einblicke in die Zusammenhänge von Diesseits und Jenseits:
Das Schicksal der Seele Diese Botschaft führt uns in neue Dimensionen und ist überdies plausibler als das kirchliche Dogma, wonach die unsterbliche Seele des Menschen beim Zeugungsakt gewissermaßen als »Zugabe« Gottes entsteht. Der Allmächtige wäre eine Art »Schöpfungsknecht« des jeweiligen Menschenpaares, das sich dazu entschließt, ein Kind in die Welt zu setzen – nicht selten unter Umständen, die einer göttlichen »Mitschöpfung« wenig gemäß sind. Die Seele wird nicht als Anhängsel einer körperlichen Zeugung von Gott eigens geschaffen, sondern ist präexistent und wird von dem jeweiligen Elternpaar lediglich angezogen. Sie sucht und findet ihren entstehenden Körper, weil sie und ihre irdischen Eltern eine ähnliche seelisch-körperliche Schwingung haben. Es lohnt sich, in eine Christusoffenbarung
aus dem Jahre 1986 hineinzuhören, in der diese Zusammenhänge wie folgt
geschildert wurden: »Eine Seele kann sich so lange einverleiben und viele
Erdenleben im Menschenkleid durchwandern, bis sie – durch Selbsterkenntnis und
Verwirklichung und durch die Annahme Meiner Erlösertat – den geistigen Weg der
Läuterung und Reinigung ihres niederen Ichs wandelt und somit das in ihr
wirkende Erlöserlicht vergrößert. Jede Seele und jeder Mensch müssen früher oder
später – in diesem Erdenleben oder in weiteren oder als Seele in den Stätten der
Reinigung – die Läuterung der Seele vollziehen, um wieder das bewusste Ebenbild
des ewigen Vaters zu sein. Wer sein Leben nicht meistert, wer sein Wesen nicht
veredelt, der fügt zu den alten Ursachen immer wieder neue hinzu, wenn auch in
veränderter Art und Weise, je nach den Lebensgewohnheiten der Zeitepoche, in
denen sich die Seele wieder inkarniert und dabei das Ungesühnte aus den Vorleben
mitbringt. Die erneut einverleibte Seele strahlt also das aus, was sie sich in
den Vorleben angeeignet hat. Ihre Aura spiegelt ihre guten und ihre schlechten
Gedanken und Taten wider. Es sind Erinnerungen und Entsprechungen. Sie bestimmen
die innere Einstellung zum Leben, aus der der Mensch denkt und handelt. Dabei
baut er wieder neue Gedankenformen auf und zieht, seinem Verhalten entsprechend,
wieder Gleiches an. »Geschlossene Gesellschaft« Vor diesem Hintergrund erscheint nicht nur das Leben jedes
einzelnen, sondern die Geschichte der ganzen Menschheit in einem neuen Licht.
Alle politisch-historischen Erklärungsversuche kratzen nur an der Oberfläche der
sichtbaren Geschehnisse. Die unsichtbare Geschichte früherer Inkarnationen der
Beteiligten, ihre unbereinigte Vergangenheit, bleibt ausgeblendet, obwohl dort
vielfach die tieferen Ursachen für ihr gegenwärtiges Verhalten liegen dürften.
Das Personal der Weltgeschichte trifft sich immer wieder, und so mancher
Machtkampf dürfte eine Neuauflage alter Gegensätze sein. Wer weiß, ob nicht in
einem Teil der rabiaten Islamisten, die heute den Westen bekämpfen, die Seelen
der alten Assassinen oder anderer Muslime wirksam sind, die sich gegen die
»christlichen« Eroberer des Heiligen Landes verteidigen mussten? Die kirchlichen
Kreuzzüge standen an Grausamkeit dem heutigen Dschihad in nichts nach. Wer weiß,
wie viele von den Palästinensern und Israelis, die sich heute so erbittert
bekämpfen, nicht schon früher miteinander zu tun hatten, vielleicht schon vor
Jahrtausenden in den blutigen Fehden, von denen die Bibel berichtet. Vielleicht
besteht ja einer der Gründe, warum die Menschheit so wenig aus ihrer Geschichte
lernt, eben darin, dass die Völker und ihre Führer über Jahrhunderte hindurch
immer wieder Seelenprogramme aus vergangenen Leben mitbringen und auch in der
Gegenwart nicht davon loskommen. So werden die »Gespenster der Vergangenheit«
reale Gegenwart.
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