Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

November 2005


Evangelischer Theologieprofessor wird wieder katholisch

Professor Klaus Berger und die ökumenische Gottesvergiftung

Professor Klaus Berger gilt als der meist gelesene theologische Autor in Deutschland. Aufsehen erregte er vor allem durch seinen Vorschlag einer "Unterwerfungsökumene" unter den Papst und durch die öffentliche Verwirrung um seine eigene Konfessionszugehörigkeit. Nachfolgend die Meldungen über Klaus Berger aus der Rubrik Das Weisse Pferd aktuell

Die Gottesvergiftung der modernen Theologen

9.2.2005 -  Jahrhunderte lang machten die Kirchen den Menschen Angst, indem sie ihnen weismachten, die Kirche wäre mit Gott im Bunde, ihre Kritiker und Gegner mit dem Teufel. Was der renommierte Heidelberger Religionswissenschaftler Klaus Berger in seinem aktuellen Buch Jesus (Pattloch-Verlag, München 2004) schreibt, stammt jedoch nicht aus dem Mittelalter, sondern aus unserer Zeit. Berger wörtlich: "Wer sich von der Kirche wegen ihrer Verbrechen distanziert, distanziert sich von Gott, der die Verbrechen auf seinen eigenen Leib gebunden hat." Muss man sich Gott demnach wie einen Selbstmordattentäter mit Sprenggürtel um den Bauch vorstellen? Und muss ein ehrlicher Gottsucher, wenn er sich an den Theologieprofessor Berger hält, einer Institution die Treue halten, über die der bekannte Kirchenhistoriker Karlheinz Deschner sagt, er kenne "keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist" (in: Die beleidigte Kirche, S. 43)? In der Offenbarung des Johannes wird hierzu ein anderer Rat gegeben: "Ziehet aus (wörtlich auch: "Tretet aus ...") von ihr mein Volk, dass ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden und nichts empfanget von ihren Plagen" (18, 3).

Unterwerfungsökumene

29.7. / 17.8. / 6.11.2005 - Der evangelische Theologieprofessor Klaus Berger aus Heidelberg hat in der FAZ vom 13.7.2005 das entscheidende Wort zum gegenwärtigen Stand der Ökumene genannt: Unterwerfung. Wörtlich schrieb der Theologe: "Die nichtkatholischen Bischöfe unterwerfen sich dem Papst - und der Papst unterwirft sich ihnen." Verschiedene Zeitungen haben das Wort von der "Unterwerfungsökumene" geprägt (z. B. idea-spektrum Nr. 29/2005). Was den Anschein haben könnte, als ginge es hier um ein gegenseitiges Sich-Unterwerfen, ist jedoch Augenwischerei. Tatsächlich geht es um die Unterwerfung aller Konfessionen unter den Papst und die römisch-katholische Kirche, so wie es nach "unfehlbarem" katholischen Glauben auch für alle Menschen heilsnotwendig ist (Siehe Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 430). Die Unterwerfung des Papstes im Gegenzug dazu ist rhetorische Kosmetik und kirchenamtlich bzw. juristisch belanglos. Sie bezieht sich gemäß Professor Klaus Berger darauf, den Inhaber des "Stuhles Petri" theologisch auch als "Sklaven der Sklaven Gottes" betrachten zu können.

Lutheraner stellen sich in der Ökumene gegen Luther

Die Idee der Unterwerfung der Protestanten ist nicht neu. Mit Martin Luther hat sie jedoch nichts zu tun. Für den Reformator aus Wittenberg war noch klar, dass der Stuhl Petri nichts mit Christus zu tun hat, und er lehrte deshalb: "Das Papsttum ... besteht aus Lügen. Darum muss es allein mit dem Wort der Wahrheit vernichtet werden ... Gottes Wort muss dem Papste Abbruch tun, sonst tut´s ihm keine Waffe; denn er ist der Teufel" (Luther Deutsch. Die Werke Martin Luthers in neuer Auswahl für die Gegenwart. Band 9: Tischreden, 3. Auflage, Stuttgart 1960, Nr. 296 und Nr. 297).
Die Nachfolger Luthers möchten davon jedoch nichts mehr wissen. So wünschten sich z. B. im Jahr 1998 evangelische Kommunitäten (darunter die Jesusbruderschaft in Gnadenthal, die Christusbruderschaft Selbitz und die Evangelische Michaelsbruderschaft) den Papst als Sprecher aller Christen (idea-spektrum Nr. 11/1998). Und im Jahr 2000 erklärte der evangelisch-lutherische Landesbischof Johannes Friedrich aus München, das Papsttum sei für Lutheraner denkbar (Evangelisches Sonntagsblatt Bayern, 17.12.2000), allerdings eingebunden in Kollegialität usw. usf. Die Anbiederung ging in der Folge so weit, dass im Jahr 2001 die Schlagzeile zu lesen war: "Folgen die Protestanten bald dem Papst?" (Bild, 9.3.2001). Doch in der Vergangenheit sah man z. B. im römisch-katholischen Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes ein unüberwindliches Hindernis. Davon ist in neueren Stellungnahmen kaum mehr die Rede. Der Theologieprofessor Klaus Berger will immerhin noch die Ordination der Frauen zu Pfarrerinnen retten, indem er z. B. ein lutherisches Patriarchat innerhalb der katholischen Kirche einrichten möchte, in dem Frauen weiter geweiht werden dürfen.

Die Taizé-Verschwörung?

Auffällig ist der ausdrückliche Verweis von Professor Klaus Berger auf das Beispiel der ökumenischen bzw. evangelischen Bruderschaft von Taizé und ihren Gründer Roger Schutz, der am 16.8.2005 einem hinterhältigen Messer-Attentat einer Anhängerin zum Opfer fiel, die sich offenbar mehr Zuwendung erzwingen wollte. Schutz gehörte eigentlich der evangelisch-reformierten Konfession an, praktizierte aber in Taizé die Einheit mit der katholischen Kirche so, "dass gerade auch Päpste dem freudig zustimmen" (FAZ, 13.7.2005; Anmerkung: z. B. mit getrenntem Abendmahl innerhalb einer gemeinsamen Veranstaltung bzw. in einem gemeinsamen Raum). Und es war wohl kein Zufall, dass der spätere Papst Benedikt XVI. Roger Schutz bei den Beerdigungsfeierlichkeiten zum Tod von Johannes Paul II. die katholische Hostie austeilte, obwohl die römisch-katholische Kirche dies für Evangelische ablehnt. Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Falls teilte dazu mit, dass Schutz gerade in einer Gruppe von katholischen Amtsträgern stand, welche die Hostie erhielten und ließ verlauten: "In dieser Situation erschien es unmöglich, ihm das Allerheiligste Sakrament zu verweigern, zumal sein katholischer (Anmerkung der Redaktion: "!") Glaube wohl bekannt ist." Und als ob ihm ein entlarvender Versprecher passiert sei, fügte Joaquin Navarro-Valls dann "präzisierend" hinzu, Schutz bejahe "voll den Glauben der katholischen Kirche an die Eucharistie" (Evangelisches Sonntagsblatt Bayern, 17.7.2005) ...

Evangelische ausgetrickst

20.10. / 6.11.2005 - In der Ausgabe der ZEIT vom 20.10.2005 wurde das Geheimnis des evangelischen Theologieprofessors Klaus Berger gelüftet. Da er nie aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten ist, ist er als evangelischer Professor immer Katholik gewesen, auch wenn er durch seine Kirchensteuerzahlung an die evangelische Kirche in gewisser formeller Weise als "evangelisch" betrachtet werden könne. Tatsächlich kennen beide Großkirchen aber keine Doppelmitgliedschaft in beiden Institutionen. Vor einem legalen Eintritt in die evangelische Kirche hätte Professor Berger deshalb zuvor aus der katholischen austreten müssen. So legte zwar Berger eine Bescheinigung vom 20.10.1986 über seinen Eintritt in die evangelische Kirche vor, doch diese hat er nur bekommen, weil man dort stillschweigend und fälschlicherweise glaubte, dass er zuvor aus der katholischen Kirche ausgetreten war. Diese Leichtgläubigkeit machte sich der Theologe Berger zunutze. "Auch ein Beichtvater aus dem katholischen Erzbistum Freiburg habe das Versteckspiel von Anfang an gebilligt, behauptet Berger", schreibt Spiegel online (20.10.2005). Selbst der jetzige Papst Benedikt XVI. "habe seinerzeit davon gewusst, dass sich Berger einem Beichtvater anvertraut habe und den Vorgang nicht beanstandet".

Klaus Berger hatte als evangelische Theologieprofessor im August die "Unterwerfung" der Protestanten unter den Papst gefordert (siehe oben) und damit noch nicht einmal nennenswerten Widerspruch in den scheinbar eigenen Reihen hervorgerufen. Jetzt setzt er seine Brüskierung fort. So habe er nämlich "im übrigen" "verfügt, dass er katholisch beerdigt werde, ohne dass die evangelische Fakultät eingeladen werde". Diese steht nun belämmert da. Denn diejenigen, die demnach später nur als ungeladene Gäste seiner Beerdigung hingenommen werden, hatten ihn zuvor auf den lukrativen und renommierten Lehrstuhl berufen, weil auch sie glaubten, er sei korrekt evangelisch. In Wirklichkeit lehnt er nur eine von zahllosen katholischen Lehraussagen ab (über die Haltung von Jesus zum Alten Testament), und er gibt sogar zu: "Die Mitgliedschaft in der evangelischen Kirche zu beantragen war schmerzlich" (Ev. Sonntagsblatt Bayern, 6.11.2005), wobei das spätere Professorengehalt vermutlich zur Linderung dieses Schmerzes beitrug.

Kirchliche Komödie, vom Steuerzahler finanziert

Mittlerweile verspottet auch noch die römisch-katholische Kirche die innerprotestantische Auseinandersetzung um "ihren" Gelehrten als "Schmierenkomödie" (so der offizielle Ökumene-Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Gerhard Ludwig Müller aus Regensburg lt. Würzburger Kath. Sonntagsblatt 6.11.2005). Doch der Schaden hält sich für die Protestanten insofern in Grenzen, da Professor Bergers Manipulation von allen Steuerzahlern - gleich welchen Glaubens - bezahlt werden muss. Der deutsche Staat finanziert nämlich die katholische und evangelische Theologenausbildung mit ca. 650.000.000 Euro jährlich, was die große Koalition in Berlin besser einsparen sollte anstatt dem Bürger eine überhöhte Mehrwertsteuer von 19 % aufzubürden.

Aus geistiger Sicht könnte man den Etikettenschwindel von Professor Klaus Berger als ein Symbol für einen noch größeren Etikettenschwindel betrachten, für den allerdings beide Großkirchen verantwortlich sind. Beide nennen sich nämlich "christlich" und berufen sich auf Jesus, lehren aber vielfach genau das Gegenteil. So sollten sie am besten unter sich ausmachen, wer nun genau legales Mitglied welcher Kirche ist und wer nicht, doch sie sollten sich beide nicht mehr "christlich" nennen.

Wieder katholisch

Wahrscheinlich lässt die evangelische Kirche Professor Berger wie eine unverdauliche "Kröte" weiter auf Staatskosten in ihrem Magen sitzen. Denn aus römisch-katholischer Sicht nützt dem Religionswissenschaftler aus Heidelberg seine Sehnsucht nach Unterwerfung unter die katholische Kirche nichts. Da er nämlich den römisch-katholischen Lehraussagen nicht zu 100 % zustimmt, gilt er weiterhin als "ausgeschlossener" "Häretiker" und muss dafür nach dem Tod in die ewige Verdammnis, auch wenn ein katholische Priester später an Bergers Grab noch so schöne Worte spricht. So lehrt es die römisch-katholische Kirche ganz offiziell. Ein Grund mehr, dass der Staat sich aus der Finanzierung dieser finsteren kirchlichen Kulte endlich zurückzieht.

PS: Im Jahr 2006 tritt Professor Dr. Klaus Berger in den Ruhestand (Emeritierung). Sogleich tritt er am 7.11.2006 wieder aus der evangelischen Kirche aus (aus der evangelischen Landeskirche in Baden) und tritt wieder in die römisch-katholische Kirche (im Bistum Hildesheim) ein.


Lesen Sie dazu auch:
"Der Papst kapituliert - Christus bleibt der Sieger"
       http://www.das-weisse-pferd.com/03_02/kapitulation_kirche.html und
Die heidnischen Kulte des kirchlichen Christentums
       Heidnische Bräuche im kirchlichen Christentum - die Kirche als Nachfolgerin des
       antiken Heidentums

Die Kirche - ein totalitärer Götzenkult
       www.theologe.de/kirche_verrat-an-jesus-dem-christus.htm
 

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