Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 11/98

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Im Körper sammeln sich Schadstoffe

Der Mensch als Giftdepot

"Krank ohne Ursache?" hieß es in einem Kommentar der Fernsehzeitschrift TV Hören und Sehen. Hintergrund sind die stark zunehmenden Vergiftungserkrankungen, die von Ärzten oft nicht als solche erkannt werden. Der Körper sendet nämlich Symptome aus, die in kein bekanntes Krankheitsbild passen. Neben Giftstoffen in Lebensmitteln, im Wasser und im Boden nehmen vor allem unsichtbare Luftschadstoffe zu, die der Mensch in seinem Körper einlagert.

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Man sieht es uns meistens nicht an, was der Organismus an Gift verkraften muss.

Täglich eine Viertelstunde Sport treiben und den Stoffwechsel aktivieren und zwei bis drei Liter trinken, raten Experten, damit sich viele Gifte möglichst gar nicht erst im Körper festsetzen können. Doch was ist schon alles im Körper drin?

Schleichender Gifttod?

Eine von der amerikanische Umweltbehörde EPA in Auftrag gegebene Studie führte zu dem Ergebnis, dass "die Mehrzahl der Amerikaner bereits so hoch mit Umweltgiften belastet sind, dass bereits von ´Vergiftungen` gesprochen werden müsse." (reform-rundschau Nr.  5/1995)

In anderen Ländern ist es ähnlich. Sterben bald ganze Völker einen schleichenden Gifttod? Leichen weisen schon heute so hohe Konzentrationen an Schwermetallen und anderen Giften auf, dass die Bestattungshygiene vor neue Anforderungen gestellt ist.

Die amerikanische Studie fordert, das Gefährdungspotential von Schadstoffen neu zu bewerten und schärfer zu fassen.

Nahezu täglich dringen neue Gift-Skandale an die Öffentlichkeit, so dass der einzelne längst den Überblick verloren hat. Im April wurde in Deutschland z. B. eine achtmal höhere Dosis Dioxin in der Milch gemessen als im Durchschnitt üblich. Die Spur führte zu einem Futtermittelzusatz aus Südamerika. Das Mittel wurde, wo es noch möglich war, wieder eingezogen. Die Tatsache, dass in einer lateinamerikanischen Bananenplantage Arbeiter wegen des hohen Pestizideinsatzes Asthmatiker werden und Kinder ohne Gehirn zeugen, während die Bananen in Europa zu günstigen Preisen verkauft werden (DS, 27.2.1998), war den meisten Medien nicht einmal eine Meldung wert. Im Erzeugerland rebellierten die Arbeiter zwar kurzzeitig, jetzt rollen die Bananenzüge aber wieder.

Tägliche Gefahren

"Je nach Reaktionslage des einzelnen Organismus kann es wenige Tage, aber auch Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis sich erste Vergiftungsanzeichen bemerkbar machen", schreibt die Zeitschrift Sanum-Post (Nr. 42/1998). Besonders gefährdet seien Menschen mit organischer Vorschädigung, sensible Menschen, schlankwüchsige, Frauen, Allergiker und Kinder. Jährlich, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation, sterben 1 Million Menschen den Tod durch Gift in Lebensmitteln. Und Stichproben von Lebensmittellabors ergaben: Ca. jedes sechste in herkömmlichen Geschäften eingekaufte Lebensmittel verstärkt das Schadstoffpotential im menschlichen Körper. Bei Hähnchen waren sogar drei von vier verseucht (auf einen blick, 11.8.1995).

Die Sanum-Post weiter: "Nicht jeder Schadstoff, den der Mensch im Laufe seines Lebens in den Körper aufnimmt, blockiert wichtige Stoffwechselfunktionen oder löst ernste Erkrankungen aus. Der Organismus versucht, einen Teil dieser Gifte mit seinen eigenen biochemischen Möglichkeiten zu neutralisieren oder zu reduzieren und so ein biologisch erträgliches Gesamtbelastungsniveau zu sichern. Das Hauptproblem ist die immer schnellere Zunahme der alltäglichen Schad- und Giftstoffe, mit der die körpereigenen Entgiftungsmechanismen überfordert sind."

Und weiter: "Es erscheint unter diesem Aspekt immer wichtiger, die bedeutendsten Toxine und ihre Wirkungen zu kennen und wirksame Entgiftungsmethoden anwenden zu können."

Ein Beispiel für ein neueres Gift ist das Palladium, ein Metall, das z. B. bei der Produktion von Kfz-Katalysatoren freigesetzt wird. Bekannter sind Aluminium, Blei, Cadmium oder Benzol. Allein in Deutschland werden durch den Kraftfahrverkehr jährlich 65.000 t Tonnen Benzol in die Luft gesetzt, was zu Kopfschmerzen und Lähmungserscheinungen führen kann. Häufig ist das Nervengift Styrol, vor allem in Dämmstoffen. Kohlenwasserstoffverbindungen wie Furan oder Dioxine sind ebenfalls weit verbreitet. Betriebswarme Kunststoffgehäuse von Computern oder TV-Geräte scheiden z. B. kleinere Mengen davon Dioxin aus, was zu einer Schwächung des Immunsystems beim Menschen führen kann. Als Geheimtipp gilt der Rosenquarz oder der Kaktus, denen man nachsagt, einen Teil der Ausstrahlung neutralisieren zu können.

Als die erhöhten Dioxinwerte in der Milch öffentlich wurden, forderte in Deutschland der Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, gegen die verheerenden Waldbrände in Indonesien international vorzugehen. Doch der Mensch muss die Giftlawine nicht wehrlos über sich ergehen lassen.

Bereits der Verzicht auf Alkohol und Rauchen trägt wesentlich zu seiner Gesundung bei. Denn Alkohol und Nikotin verstärken die Aufnahme und Speicherung bestimmter fettlöslicher Gifte im Körper. Im Rauch sind weiterhin Cadmium und krebserregende Formaldehyde enthalten. Und allein in Deutschland werden täglich 235 Raucherbeine amputiert.

Giftige Schwermetalle sind auch in Tierinnereien und Meeresfrüchten hochkonzentriert vorhanden und gelangen über die Nahrungskette in den Menschen. Auf dem Vormarsch sind auch Schimmelpilze. Dazu kommen Stoffe, die bislang noch wenig erforscht sind und eventuell vielen noch nicht bekannt sind.

Allgemein gilt: Wenn der Körper die Schadstoffe nicht abbauen kann, ist er gezwungen, sie in verschiedenen Organen einzulagern, in erster Linie in den Entgiftungsorganen Leber und Nieren, in der Bauchspeicheldrüse, in der Gehirnsubstanz oder in der Haut; in zweiter Linie auch im Darm oder im Knochenmark.

Der Mensch kann etwas tun

Die Sanum-Post warnt aber vor einer "Gifthysterie": "Das kann durchaus eine verständliche Reaktion auf die große Zahl der bedrohlichen Umweltgifte sein, wird aber für den Therapeuten ein Behandlungsproblem. Neben der in diesem Falle sachlichen Aufklärung über eine mögliche oder vermeintliche Toxinbelastung sollte er unbedingt einige wirksame Entgiftungsmethoden anbieten können."

In diesem Zusammenhang erwähnt er auch ein auf Umweltbelastungen spezialisiertes Labor, wo man das Angebot der verschiedenen Testverfahren anfordern kann. Damit kann unter Umständen der Grad einer bestimmten Vergiftung gemessen und ein Entgiftungsplan ausgearbeitet werden.

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Auffällig ist es, dass erste Vergiftungssymptome häufig nach aktiven Phasen des Stoffwechsels auftreten (Infekte, nervlicher oder körperlicher Stress). Durch die gesteigerte Organfunktion werden die Speichergifte mobilisiert. Deshalb ist das "Viel Trinken" notwendig, um manches davon ausschwemmen zu können. Fastenkuren sollten deshalb nur unter ärztlicher Anleitung durchgeführt werden, da unter Umständen toxische Stoffe aus den Fettzellen gelöst und in den Gesamtstoffwechsel abgegeben werden. Ohne ausreichende Entgiftung können Beschwerden auftreten.

AKTUELLE VORTRÄGE auch zu Ernährungs- und Gesundheits-Themen im Palmensaal der Sophia-Universität, Altfeld, Max-Braun-Straße 2, 97828 Marktheidenfeld; Info-Telefon: 09391/504138;
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