|
Im Körper sammeln sich Schadstoffe
Der Mensch als Giftdepot
"Krank ohne Ursache?" hieß es in einem
Kommentar der Fernsehzeitschrift
TV Hören und Sehen. Hintergrund sind die stark zunehmenden Vergiftungserkrankungen, die von
Ärzten oft nicht als solche erkannt werden. Der Körper sendet nämlich Symptome aus, die
in kein bekanntes Krankheitsbild passen. Neben Giftstoffen in Lebensmitteln, im Wasser und
im Boden nehmen vor allem unsichtbare Luftschadstoffe zu, die der Mensch in seinem Körper
einlagert.

Man sieht es uns meistens nicht an, was der Organismus an Gift verkraften muss.
Täglich eine Viertelstunde Sport treiben und den
Stoffwechsel aktivieren und zwei bis drei Liter trinken, raten Experten, damit sich viele
Gifte möglichst gar nicht erst im Körper festsetzen können. Doch was ist schon alles im
Körper drin?
Schleichender Gifttod?
Eine von der amerikanische Umweltbehörde EPA in Auftrag gegebene Studie
führte zu dem Ergebnis, dass "die Mehrzahl der Amerikaner bereits so hoch mit
Umweltgiften belastet sind, dass bereits von ´Vergiftungen` gesprochen werden
müsse." (reform-rundschau Nr. 5/1995)
In anderen Ländern ist es ähnlich. Sterben bald ganze Völker einen
schleichenden Gifttod? Leichen weisen schon heute so hohe Konzentrationen an
Schwermetallen und anderen Giften auf, dass die Bestattungshygiene vor neue Anforderungen
gestellt ist.
Die amerikanische Studie fordert, das Gefährdungspotential von
Schadstoffen neu zu bewerten und schärfer zu fassen.
Nahezu täglich dringen neue Gift-Skandale an die Öffentlichkeit, so dass
der einzelne längst den Überblick verloren hat. Im April wurde in Deutschland z. B. eine
achtmal höhere Dosis Dioxin in der Milch gemessen als im Durchschnitt üblich. Die Spur
führte zu einem Futtermittelzusatz aus Südamerika. Das Mittel wurde, wo es noch möglich
war, wieder eingezogen. Die Tatsache, dass in einer lateinamerikanischen Bananenplantage
Arbeiter wegen des hohen Pestizideinsatzes Asthmatiker werden und Kinder ohne Gehirn
zeugen, während die Bananen in Europa zu günstigen Preisen verkauft werden
(DS, 27.2.1998),
war den meisten Medien nicht einmal eine Meldung wert. Im Erzeugerland rebellierten die
Arbeiter zwar kurzzeitig, jetzt rollen die Bananenzüge aber wieder.
Tägliche Gefahren
"Je nach Reaktionslage des einzelnen Organismus kann
es wenige Tage, aber auch Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis sich erste
Vergiftungsanzeichen bemerkbar machen", schreibt die Zeitschrift
Sanum-Post (Nr. 42/1998). Besonders
gefährdet seien Menschen mit organischer Vorschädigung, sensible Menschen,
schlankwüchsige, Frauen, Allergiker und Kinder. Jährlich, so schätzt die
Weltgesundheitsorganisation, sterben 1 Million Menschen den Tod durch Gift in
Lebensmitteln. Und Stichproben von Lebensmittellabors ergaben: Ca. jedes sechste in
herkömmlichen Geschäften eingekaufte Lebensmittel verstärkt das Schadstoffpotential im
menschlichen Körper. Bei Hähnchen waren sogar drei von vier verseucht (auf einen
blick, 11.8.1995).
Die Sanum-Post weiter: "Nicht jeder Schadstoff, den der Mensch im Laufe
seines Lebens in den Körper aufnimmt, blockiert wichtige Stoffwechselfunktionen oder
löst ernste Erkrankungen aus. Der Organismus versucht, einen Teil dieser Gifte mit seinen
eigenen biochemischen Möglichkeiten zu neutralisieren oder zu reduzieren und so ein
biologisch erträgliches Gesamtbelastungsniveau zu sichern. Das Hauptproblem ist die immer
schnellere Zunahme der alltäglichen Schad- und Giftstoffe, mit der die körpereigenen
Entgiftungsmechanismen überfordert sind."
Und weiter: "Es erscheint unter diesem Aspekt immer wichtiger, die
bedeutendsten Toxine und ihre Wirkungen zu kennen und wirksame Entgiftungsmethoden
anwenden zu können."
Ein Beispiel für ein neueres Gift ist das Palladium, ein Metall, das z. B.
bei der Produktion von Kfz-Katalysatoren freigesetzt wird. Bekannter sind Aluminium, Blei,
Cadmium oder Benzol. Allein in Deutschland werden durch den Kraftfahrverkehr jährlich 65.000 t Tonnen Benzol in die Luft gesetzt, was zu Kopfschmerzen und Lähmungserscheinungen
führen kann. Häufig ist das Nervengift Styrol, vor allem in Dämmstoffen.
Kohlenwasserstoffverbindungen wie Furan oder Dioxine sind ebenfalls weit verbreitet.
Betriebswarme Kunststoffgehäuse von Computern oder TV-Geräte scheiden z. B. kleinere
Mengen davon Dioxin aus, was zu einer Schwächung des Immunsystems beim Menschen führen
kann. Als Geheimtipp gilt der Rosenquarz oder der Kaktus, denen man nachsagt, einen Teil
der Ausstrahlung neutralisieren zu können.
Als die erhöhten Dioxinwerte in der Milch öffentlich wurden, forderte in
Deutschland der Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, gegen die
verheerenden Waldbrände in Indonesien international vorzugehen. Doch der Mensch muss die
Giftlawine nicht wehrlos über sich ergehen lassen.
Bereits der Verzicht auf Alkohol und Rauchen trägt wesentlich zu seiner
Gesundung bei. Denn Alkohol und Nikotin verstärken die Aufnahme und Speicherung
bestimmter fettlöslicher Gifte im Körper. Im Rauch sind weiterhin Cadmium und
krebserregende Formaldehyde enthalten. Und allein in Deutschland werden täglich 235
Raucherbeine amputiert.
Giftige Schwermetalle sind auch in Tierinnereien und Meeresfrüchten
hochkonzentriert vorhanden und gelangen über die Nahrungskette in den Menschen. Auf dem
Vormarsch sind auch Schimmelpilze. Dazu kommen Stoffe, die bislang noch wenig erforscht
sind und eventuell vielen noch nicht bekannt sind.
Allgemein gilt: Wenn der Körper die Schadstoffe nicht abbauen kann, ist
er gezwungen, sie in verschiedenen Organen einzulagern, in erster Linie in den
Entgiftungsorganen Leber und Nieren, in der Bauchspeicheldrüse, in der Gehirnsubstanz
oder in der Haut; in zweiter Linie auch im Darm oder im Knochenmark.
Der
Mensch kann etwas tun
Die Sanum-Post warnt aber vor einer
"Gifthysterie": "Das kann durchaus eine verständliche Reaktion auf die
große Zahl der bedrohlichen Umweltgifte sein, wird aber für den Therapeuten ein
Behandlungsproblem. Neben der in diesem Falle sachlichen Aufklärung über eine mögliche
oder vermeintliche Toxinbelastung sollte er unbedingt einige wirksame Entgiftungsmethoden
anbieten können."
In diesem Zusammenhang erwähnt er auch ein auf Umweltbelastungen
spezialisiertes Labor, wo man das Angebot der verschiedenen Testverfahren anfordern kann. Damit kann unter Umständen der Grad einer bestimmten
Vergiftung gemessen und ein Entgiftungsplan ausgearbeitet werden. |
|