Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 11/98

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Das österreichische Wirtschaftsmagazin Trend analysiert:

So reich ist
Österreichs Kirche ...

Links zu aktuellen Zahlen [2012] siehe hier

"Man spricht nicht über Geld - man hat es." An diese kirchliche Devise hielt sich das österreichische Wirtschaftsmagazin Trend nicht, als es den Reichtum der Kirche zum Themenschwerpunkt seiner Aprilausgabe machte.

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Noch hält das Geld die Kirche zusammen ...

Wer wusste zum Beispiel, dass die Kirche im glücklichen Österreich Ländereien mit einer Gesamtfläche von mehr als 250.000 Hektar besitzt? Das sind immerhin drei Prozent der Gesamtfläche Österreichs oder anders ausgedrückt eine Fläche so groß wie ganz Vorarlberg und zweimal die Stadt Wien. "Insgesamt erwirtschaftet der Konzern "Katholische Kirche" Österreich einen Umsatz von geschätzten 20 Milliarden Schilling", schreibt Trend. Das sind immerhin 0,8 % des gesamten Bruttoinlandsprodukts von 1996 oder mehr als die gesamte Ausfuhr Österreichs nach Asien, Lateinamerika und Australien.

Zwar gibt es in Österreich keine vom Staat eingezogene Kirchensteuer, doch die Finanzämter liefern der Kirche die Daten, aufgrund derer diese dann die Pflichtbeiträge der Gläubigen eintreiben kann: 4,2 Milliarden Schilling im Jahr (600 Millionen DM). Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in Österreich ein Konkordat, einen Vertrag zwischen dem Vatikan und dem Staat. Aus diesem Vertrag folgt die Verpflichtung des Staates, der Kirche jährlich 500 Millionen Schilling zu zahlen - als "Wiedergutmachung" für während der NS-Zeit eingezogenes Kirchengut. (Von Wiedergutmachung für die Opfer des Jahrhunderte langen Zehnt-Eintreibens durch die Klöster und der fast sprichwörtlichen kirchlichen Erbschleicherei redet allerdings niemand, auch nicht von den "Hexen", deren Vermögen vor der Hinrichtung konfisziert wurde.) Rechnet man die 3,5 Milliarden Schilling hinzu, die der Staat außerdem jährlich für die Gehälter der Lehrkräfte an kirchlichen Schulen bezahlt, so kommt man, wie in Deutschland, zu dem Ergebnis: Der Staat bezahlt den Kirchen in etwa noch einmal soviel an Subventionen aus allgemeinen Steuermitteln, wie diese an Pflichtbeiträgen einnehmen.

Die älteste Wiener Privatbank, Schelhammer & Schattera, ist vollständig in kirchlichem Besitz. Sie verfügt über Kundendepots von 9,6 Milliarden Schilling, die sie bevorzugt im Wertpapierbereich anzulegen pflegt. Indirekt ist das Bankhaus auch an den österreichischen Casinos mitbeteiligt.

In Wien gehört die katholische Kirche
zu den größten Hausbesitzern

In Wien gehört die katholische Kirche zu den größten Hausbesitzern. Der Erbabtei St. Peter gehört die halbe Altstadt von Salzburg. Das Kloster Admont, mit 26.000 Hektar der größte Waldbesitzer unter den Stiften, ist auch an Bergbahnen und Skiliften beteiligt.

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Auch im Medienbereich verfügt die Kirche über beachtliche finanzielle Macht. Die Diözese St. Pölten mit dem umstrittenen Bischof Krenn an der Spitze ist mit 80 % am Niederösterreichischen Pressehaus beteiligt, das unter anderem die Niederösterreichischen Nachrichten herausgibt. Die Diözese Graz-Seckau besitzt die (gar nicht so kleine) Kleine Zeitung und entscheidende Anteile an der Wiener Tageszeitung Die Presse.

Aktuell
http://www.kirchen-privilegien.at/ mit vielen Hintergrundinformation über den Reichtum der Kirche in Österreich
Wenn das Geld im Beutel klingelt - Erster Überblick über den Reichtum der Kirche in Österreich - http://derstandard.at/1328162577961/3-Milliarden-Euro-kolportiert-Wie-der-Staat-die-Kirche-finanziert?seite=2 (Der Standard, 5.32.2012)
Interview mit dem Kirchenfinanz-Experten Dr. Carsten Frerk:
http://derstandard.at/1328162578643/Kirchenkritiker-Frerk-Kirche-nimmt-den-Staat-in-die-Zange

Ca. Zwei Milliarden Euro Subventionen pro Jahr:
http://www.heute.at/news/politik/art23660,656965
Geld aus NS-Verwicklungen - http://hpd.de/node/12077
Die Kirche als drittgrößter Immobilienbesitzer -
http://www.format.at/articles/0910/525/235432/das-kreuz-geld-die-kirche-immobilienbesitzer-landes

Lesen Sie auch:
Österreich - Konkordat in Frage gestellt in Nr. 5/1999
Freie Christen Nr. 3 - Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld
Der Papstbesuch im Jahr 2007 in Österreich: http://www.papst-besuch.net/
Kirchenkritische Bücher im Verlag Das Wort:
    http://www.das-wort.com/deutsch/zeitkritisches/index.php


 




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