Viele Menschen sind geprägt vom
Bild eines fernen Gottes. Mancher glaubt, er müsse gewissermaßen in den Himmel
hineinbeten, um irgendwann Gott zu erreichen. Doch Gott ist ein naher Gott. Er ist
erreichbar in uns selbst.
"Bewahre in jeder Situation die innere Ruhe" heißt, uns
bewusst
zu machen, dass Gott jedem von uns nahe ist - in dem Augenblick, wo wir dieses Bewusstsein
in unserem Inneren bewahren: Gott ist uns ganz nahe, Gott ist unser Gesprächspartner,
Gott, die Liebe, Gott, unser Vater, kennt uns; Er weiß auch um unsere Sorgen und Nöte.
Wenn wir uns bewusst machen, dass wir mit Ihm sprechen dürfen, dass Er uns liebt und uns
niemals straft, dass alles, was an Negativem auf uns zukommt, Sorgen, Nöte und
Schicksalsschläge unsere eigenen Eingaben sind, die auf uns zurückkommen - dann kann uns
Gott helfen.
Gott ist immer gleich bleibend. Er ist in uns die helfende Kraft, die
tragende Liebe. Er ist der Vater, mit dem man sprechen kann. Er offenbart sich in den
vielen Situationen, die auf uns zukommen. Auch im täglichen Geschehen spricht Er zu uns.

»Ruhe in dir - du bist«
Oftmals ist es jedoch so, dass wir in Wallung geraten, wenn eine
unangenehme Situation auf uns zukommt. Wir sagen dann etwa: "Ich habe recht! Ich will
die Situation so lösen, wie ich es für richtig halte." In dieser Haltung können
wir Gottes Impulse nicht aufnehmen. Bringt uns eine unangenehme Situation in Wallung, dann
sind wir am Negativen beteiligt. Zwar ist auch mein Nächster, der mit in diese Situation
verwickelt ist, daran beteiligt. Wenn wir jedoch sagen: "Ich löse die Situation so,
wie ich will!" oder: "Die anderen sollen die Situation lösen!", dann sind
wir eigenwillig und unruhig. Dann lassen wir Gott nicht wirken.
Damit Gott uns in der Situation Antwort geben kann,
dass Er für uns die
Situation lösen kann, bedarf es zunächst einmal des Glaubens an Ihn. Die Frage ist:
Glauben wir an den nahen Gott? Glauben wir, dass Sein Geist in uns wohnt - als Kraft, als
Licht, als innere Stärke? Glauben wir, dass Er uns aus jeder Situation zu helfen vermag?
Glauben wir, dass Er uns hilft - nicht nur, indem Er sagt, wie wir es tun sollen, sondern
dass Er in der Situation allen helfen möchte, die daran beteiligt sind - weil Er gerecht
ist?
Wenn unser Glaube groß genug ist, dann beginnen wir zu vertrauen. Wenn
jetzt unser Gemüt in Wallung gerät, können wir sagen: "Herr, Du bist die Stille!
Ich weiß, ich bin an der Situation beteiligt, ich bin an dieser Situation mit schuld. Ich
bereinige meinen Anteil. Doch Du hilfst uns allen, diese Situation in Deinem Geist zu
lösen."
Können wir das vertrauensvoll in uns hineinsprechen, dann werden wir
ruhiger. Die Aufwallung des Gemüts geht zurück. Unsere Sinne wenden sich nach innen. Der
Gehörsinn wird ruhig und in der Ruhe ganz wachsam, und wir hören, was unser Nächster
sagt. Aus dem, was er sagt, hören wir eventuell einen Aspekt der Lösung heraus. Es ist
Gottes Antwort durch unseren Nächsten. Wir hören plötzlich aus dem Gespräch Aspekte
heraus, die uns betreffen und wodurch wir erkennen: Das ist unser Anteil, unsere Schuld an
dieser Situation. Wir fühlen dann, wie sich die Lösung aufbaut - für uns persönlich
und für die Situation.