Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 24/98

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Ein neues Jahr beginnt

Du selbst bist deine Zukunft

Silvesterabend 1998: Auf einer Leuchtschrift am Eiffelturm in Paris erscheint jeweils die Anzahl der Tage bis zum 1.1. 2000 - 365 Tage sind es noch. Es beginnt der "Endspurt" eines Jahrtausends, heißt es von vielen Seiten. Zwar ist der Sekt in vielen Häusern bereits kalt gestellt, doch in der Atmosphäre des Abends liegt wenig freudige Jubiläumsstimmung.

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Wer ein Unglück erleben musste, den Tod eines Angehörigen oder den Verlust des Arbeitsplatzes, der macht sich wahrscheinlich andere Gedanken als jemand, der unbeschwert in den Tag hinein lebt und an Silvester einfach nur feiern will. Doch auch mancher, dem es im Äußeren gut geht, wirkt eher nachdenklich und angespannt.

Worüber wird an Silvester gesprochen? Über die Arbeit, die Familie, über Prognosen für das kommende Jahr. Z. B.: "Was ist dran an den Prophezeiungen, die es zur Jahrtausendwende gibt?" Einige geben zu, dass sie Angst haben. Andere betonen, dass es in der Welt immer schon auf und ab ging und dass es eben derzeit sei wie es immer schon war. Spätestens mit dem Sekt kommt dann doch noch Stimmung auf: "Irgendwie geht es weiter."

Gelegenheit, um innere und äußere Bilanz zu ziehen, bestand schon in den vorangegangenen Tagen. Auch um sich neue Ziele für das nächste Jahr zu setzen. Ob sich ihre äußeren Ziele erfüllen, wird für immer mehr Menschen fraglich.

Jahrtausendwende hin oder her, viele machen sich schlicht Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Mit atemberaubender Geschwindigkeit wird derzeit die Wirtschaft, Lebensgrundlage für die Menschen, umgebaut. Der 1.1.1999 ist z. B. der Start für eine neue einheitliche Währung in Europa, den Euro. Weltweit entstehen durch Fusionen immer größere transnationale Banken und Konzerne. Arbeitsplätze werden zu Tausenden abgebaut.

Heute arbeitslos, morgen Sklave?

Schon hört man Stimmen, die befürchten, dass aus dem wachsenden Heer von Arbeitslosen und Armen bald ein Heer von neuen Sklaven werden könnte. Und ist es auszuschließen, dass die Mächtigen von morgen dann wieder bestimmen, welchen Glauben ihre Untertanen haben müssen, so wie es in Europa früher üblich war? Eine Horrorvision?

Im vergangenen Jahrtausend haben die Menschen auch um Religionsfreiheit gerungen. Diese Entwicklung war trotz Kreuzzügen, Scheiterhaufen, Indoktrination und Holocaust nicht aufzuhalten. Dank der Religionsfreiheit in vielen Ländern der Erde ist es heute leichter möglich, in den Spuren des Jesus von Nazareth zu gehen - ohne Pfarrer, ohne Dogmen, Riten, Altäre, Kanzeln und Sakramente. Die Botschaft des Jesus, des Christus, geht derzeit weltweit hinaus, vor allem über Rundfunkstationen, und sie beinhaltet auch die Ermutigung an Seine Nachfolger: "Sorget nicht! Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch auch alles zufallen, was ihr zum Leben braucht."

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An den Festtagen: Eine günstige Zeit, für eine äußere und innere Bilanz

Jesus wollte uns damit über unseren engen Horizont hinausführen. Doch wer ist Ihm gefolgt? Weist die Lebenssituation vieler Menschen nicht auch darauf hin, dass die "Christenheit" nach dem 1. Jahrtausend auch das 2. Jahrtausend nach Christus nicht bzw. kaum genutzt hat, um nach der Wahrheit des Christus zu leben?

Wie ist es mit mir selbst? Als Urchrist ist mein Maßstab, ob ich Christus in mir und meinem Nächsten näher gekommen bin. Gehe ich in den Fußspuren des Jesus von Nazareth, der gesagt hat: "Liebe Gott, Deinen Vater über alles und deinen Nächsten wie dich selbst"? Was ist gelungen, was kann ich noch verbessern, wo werde ich etwas ändern?

Die Sorge um mich

"Meistens drehte ich mich um mich", war ein erstes Ergebnis meiner Bilanz. Fragen, die mich bewegten, waren z. B.: "Was ich tun muss, damit es mir gut geht, wie ich zufriedener werden kann, wie ich meine Arbeit erfülle, ob die Entlohnung so stimmt, wo ich günstiger dies oder jenes bekomme, wie der Partner nicht zu kurz kommt, wie ich meinen Urlaub gut verbringen kann, ob mir dieses Kleidungsstück passt oder nicht"

In all dem liegt sicher manches Positive, doch wie verhält es sich damit, gemessen an der Botschaft des Jesus, des Christus und der Propheten? Beinhaltet es schon etwas vom ´Trachten nach dem Reich Gottes´ oder war es nur die Sorge um das menschliche Ich? Was konnte ich z. B. tun, womit ich meinen Mitmenschen helfen konnte - auch über den Betrieb und die kleine Familie hinaus?

Eine Hilfe war es für mich, all das Positive aufzuschreiben, was mir dazu eingefallen ist. Selbst wenn es nur Kleinigkeiten waren. Darauf kann ich aufbauen.

Jesus zeigte mir, wie ich von innen heraus zufrieden und glücklich werden kann. Er zeigte, wie ich das Licht Gottes in mir zum Leuchten bringen kann, indem ich vor allem danach strebe, mit meinem Nächsten Frieden zu halten und auch die zahllosen "Kriegsschauplätze" in Gedanken nicht einfach laufen lasse, sondern stoppe und umdenke.

Weil Jesus von Nazareth die Menschen auch auf ihr verborgenes Negatives in ihrem Unterbewusstsein hinwies, deshalb war Er schon vor 2000 Jahren unbequem. Er sagte uns auch, dass wir nur Gäste auf dieser Erde sind, wie Er selbst Gast war. Dieses Wissen hilft mir, wenn ich meine, an diesem oder jenen Wunsch unbedingt festhalten zu müssen, auch wenn er sich nicht so erfüllen lässt, wie es mir lieb wäre.

In wie vielen Inkarnationen habe ich schon so gedacht und musste die Erde dann doch verlassen, bin wiedergekommen, und dann ging es wieder von vorne los? Heute ist es mein Ziel, mein Glück allein in Gott zu finden und mich nicht von Menschen abhängig zu machen.

Jede Minute ist kostbar

Viele glauben, nach dem Leibestod wären sie schon am Ziel ihres Lebens, bzw. sie kämen ohne weiteres Hinzutun zu gegebener Zeit dorthin. Doch das sehe ich heute als Irrtum an. Als Urchrist weiß ich, dass in den jenseitigen Welten all das erneut auf mich zukommt, was ich in der Erdenschule nicht bereinigt habe, und zwar meist intensiver. Deshalb wird einer meiner Leitsätze für das kommende Jahr sein: Jede Minute der Erdenzeit ist kostbar.

Was wird das neue Jahr bringen? Ich weiß, es wird nur das bringen, was ich selber bin, was ich mit meinen Gedanken und Empfindungen in meinen "Lebensfilm" eingegeben haben. Weil es keine bösen Zufälle gibt, konnte Jesus denen, die nach "Seinem Reich" "trachten", auch sagen, dass sie sich um die Zukunft keine Sorgen machen brauchen.

Der Prophet Jesaja sah voraus, dass eine Zeit kommen wird, in der die Menschen auf der Erde den Willen Gottes tun. "Das Land wird voll von Erkenntnis Gottes sein, wie Wasser das Meer bedeckt", heißt es dort (11, 9). Starke Worte. ´Mehr und mehr Gottes Willen erkennen` lautet deshalb ein weiteres Ziel für 1999.

Um diesem Ziel immer näher zu kommen, möchte ich konzentrierter leben und nicht unbewusst in den Tag hinein leben. Lebe ich nicht bewusst, tue ich z. B. Dinge, während ich an etwas anderes denke, bin ich gespalten und vergeude kostbare Lebensenergie. Umgekehrt: Im Bewusstsein der Gegenwart Gottes kann ich die Umwelt sensitiver, d. h. bewusster, wahrnehmen. Als nächsten Schritt lerne ich, besser zu erfassen, was meine Mitmenschen und meine Umwelt mir sagen. Und ich lerne besser zu verstehen, was mir Gott in jedem Augenblick, in jeder Situation sagen möchte. Damit bestimme ich meine Zukunft.

Begegnungen

Dabei wird das neue Jahr Begegnungen bringen, von denen ich jetzt noch nichts ahne. Es werden Menschen auf mich zukommen, die von mir unter Umständen Hilfe erbitten. Wie verhalte ich mich? Lasse ich sie links liegen? Dann werde ich ihnen in den jenseitigen Welten oder in einer weiteren Inkarnation unter eventuell schwierigeren Umständen wieder begegnen, um sie diesmal zu beachten. Ich mache mir bewusst: Jede Begegnung ist wichtig.

Jesus lehrte uns, dass wir Menschen treffen, mit denen wir noch einiges zu bereinigen bzw. gut zu machen haben. Er erklärte, dass wir dies tun können, indem wir z. B. bei einem Streit den Balken im eigenen Auge sehen anstatt dem anderen die Schuld zu geben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich oft anfangs dagegen wehrte und mich lieber wieder den Alltagsgeschäften widmen wollte. Doch mein Gewissen gab mir dann doch keine Ruhe, und ich suchte nach dem eigenen Balken.

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So sind gerade die noch vor uns liegenden Festtage eine günstige Zeit, um innere Einkehr zu halten und innigeren Kontakt mit Christus in uns zu bekommen. Dann ist es leichter, sich selbst zu erkennen, vor allem im Umgang mit den Nächsten. Es ist leichter, alten negativen Verhaltensmustern auf die Schliche zu kommen und sich ein neues positives Ziel vorzugeben.

(PS: Dies gilt auch für 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012 ...)

Lesetipp: Das Büchlein Zuversicht; siehe
http://www.das-wort.com/deutsch/bewusstes-leben/zuversicht.php


 


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