Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 12/99

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Erster Prozess in Mannheim

Die Saatgutlobby will den gläsernen Bauernhof

Sie wollen die rot-weißen Fragebögen nicht ausfüllen. Erstmals stehen in Mannheim vier Landwirte vor Gericht, die der "Saatgut-Treuhandgesellschaft" die Auskunft verweigern, wie viel Getreidekörner sie als Saatgut verwenden. Dieser "Nachbau" war bisher problemlos möglich.

Doch die internationale Saatgut-Lobby hat eine Vereinbarung durchgesetzt, wonach die Wiederaussaat - soweit sie bei den "modernen" Sorten überhaupt noch machbar ist - kostenpflichtig wird. Es geht um viel Geld - und wohl auch um die Kontrolle des Lebensmittelbereichs durch undurchschaubare Großkonzerne. Die Landwirte sind jedenfalls empört: "Wenn das die Viehzüchter machen, muss ich für jedes neugeborene Kalb auch Lizenzgebühren zahlen. Und mein Auto darf ich auch ohne Lizenzabgabe verkaufen, obwohl es zahlreiche patentgeschützte Teile enthält." Besonders sauer sind sie auf ihre Berufsvertretung, den Bauernverband, der eine solche bauernfeindliche Regelung nicht verhindert hat.

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