Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 23/99

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Ökumenischer "Bußakt" in München

Und was sagen die Seelen der Ermordeten dazu?

"Wir distanzieren uns von jeder gewaltsamen Ausbreitung des Glaubens. Ja, mehr noch: Wir schämen uns angesichts solcher Verirrungen." Das sagte der evangelische Oberkirchenrat Martin Bogdahn (siehe auch hier) über die Kreuzzüge. Anlass war ein "ökumenischer Bußakt" in München. Vertreter beider Kirchen bedauerten auch den Hexenwahn und die Haltung der Kirchen im 3. Reich.

Folter im Namen GottesHat die Seele dieses Opfers den Institutionen Kirche schon vergeben?

Doch ist es damit getan? Müssten die Kirchenführer nicht die Seelen der Ermordeten um Vergebung bitten? Müssten sie nicht Wiedergutmachung leisten, indem sie z. B. das bei der Inquisition und den Hexenprozessen beschlagnahmte Vermögen der Opfer zurückgeben oder in einen gemeinnützigen Fonds einzahlen? Müssten sie nicht auch den Wurzeln einmal nachgehen, die dem Fehlverhalten zugrunde lagen? Beide Kirchen betrachten z. B. noch immer das Alte Testament in seiner Gesamtheit als inspiriertes Wort Gottes - auch die blutrünstigen Stellen der Bibel, in denen Gott angeblich zu Mord und Totschlag aufruft, oder die Gebote, die Mose angedichtet werden, der wegen geringfügiger Vergehen wie falscher Opferung gleich die Todesstrafe verhängt haben soll.

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Müssten die Kirchen sich nicht von diesen Teilen der Bibel klar distanzieren? Müsste die evangelische Kirche nicht auch einmal ihr Festhalten an der Lehre Martin Luthers aufgeben, der ein falsches und krankmachendes Gottesbild eines angeblich strafenden, willkürlichen und grausamen Gottes lehrte? Luther rief auch zur Vernichtung der Juden, Bauern, Türken, Ketzer, Hexen und vieler mehr auf. Vieles davon wurde auch umgesetzt, und Luther selber sagte dazu: "Prediger sind die allergrößten Totschläger. Denn sie ermahnen die Obrigkeit, dass sie entschlossen ihres Amtes walte und die Schädlinge bestrafe. Ich habe im Aufruhr alle Bauern erschlagen; all ihr Blut ist auf meinem Halse ..." (WA 3, 75) Wenn heute jemand den Hitlergruß macht oder das Hakenkreuz öffentlich zeigt, wird er strafrechtlich verfolgt. Wer jedoch öffentlich bekundet, dass er Luther nachfolgt, wird sogar noch belobigt. Luthers Bild hängt in den meisten evangelischen Amtsstuben, obwohl er Blut an seinen Händen hatte.

Solange dies alles nicht aufgearbeitet ist, bleibt ein solcher Bußakt eine PR-Aktion für die Massenmedien. Viel mehr nicht.

Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche" in MünchenMünchen - Marienplatz: Großdemonstration der Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche", ein Zusammenschluss von Bürgern unterschiedlicher Glaubensrichtungen.


Nähere Informationen unter: www.KirchenOpfer.de


 







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